Sonntag, 27. Februar 2011

Wie viele Brote habt ihr? - WGT-Liturgie aus Chile

WGT-Motiv und Motto
Am kommenden Freitag wird in aller Welt der "Weltgebtstag" gefeiert, für den in diesem Jahr Frauen aus Chile den liturgischen Ablauf entworfen haben. Chile rückt noch einmal ganz nah!
Seit über einem Jahr leben meine Familie und ich wieder in Deutschland. Aber jetzt kommt uns Chile erneut sehr nah. Neun Jahre intensives Leben und Arbeiten hat sich in unsere Herzen eingeprägt. Ein bißchen sind wir "chilenisiert". In den vergangenen Wochen hat meine Frau oft in WGT-Vorbereitungskreisen von Chile und unserem Leben erzählt. Mit eigenen Erfahrungen und Erlebnissen feiert man solch eine Liturgie anders.
Für uns als GAW rückt Chile jetzt auch noch einmal ganz nahe. Im vergangenen Jahr konnten wir nach dem schweren Erdbeben im Februar sehr wichtige Aufbauhilfe leisten für die Gemeinden unserer beiden Partnerkirchen. Kirchen, Pfarrhäuser, Gemeindesäle, Kindergärten und Schulen konnten so renoviert werden. Damit haben wir versucht das Motto des Weltgebetstages mit Leben zu füllen: Wie viele Brote habt ihr? Diese Worte Jesu zielen aufs Teilen, auf Teilungsgerechtigkeit, aufs Anteil nehmen  und   Anteil nehmen lassen.
So verstehe ich letztlich den Auftrag unseres Diasporawerkes: Teilen einüben und nicht den eigenen Blick vom empfundenen Mangel leiten zu lassen. - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 26. Februar 2011

Propst Manfred Brockmann zu Besuch in der Zentrale

Propst Brockmann und Eveline Krebs
aus der Zentrale des GAW
Seinen jährlichen Besuch stattete Propst Manfred Brockmann aus Wladiwostock (ELKUSFO - Evangelisch- Lutherische Kirche im Ural, Sibirien und Fernen Osten) in der Zentrale des GAW in Leipzig ab. Dabei übergab er uns eine Abrechnung, die die Wiedererrichtung des historischen Zaunes um die Pauluskirche in Wladiwostock dokumentierte, die wir gemeinsam mit dem Martin Luther Bund finanziert hatten.
Im Gespräch erläuterte er die derzeitige Situation der ELKUSFO nach der Einsetzung des neuen Bischofs Otto Schaude. Zudem drückte er seine Sorge aus wegen seiner Nachfolge. Brockmann ist inzwischen Anfang 70 und schon seit 20 Jahren im Fernen Osten. Einen geeigneten Nachfolger zu finden ist nicht einfach. Ein pensionierter deutscher Pfarrer, der unabhängig ist, wäre sein Wunschtraum. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 25. Februar 2011

Kirchennutzungen im Kaliningrader Raum

Kirchenruine in
Breitenstein(Uljanowo)
Vor Kurzem haben wir über die Situation der Kirchengebäude im Kaliningrader Raum und von der Stellungnahme der Propstei Kaliningrad unter Leitung von Propst Löber berichtet .Eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Manfred Grund beschäftigt sich mit eben diesem Thema.
Cornelia Pieper MdB, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, teilt auf die Anfrage mit: „Die Bundesregierung hat Kenntnis von der Stellungnahme der evangelisch-lutherischen Propstei und steht mit ihr in regelmäßigem Kontakt. Mit Blick auf die Verpflichtung der russisch-orthodoxen Kirche, die bisherige Nutzung der Kirchen fortzuführen, wird die Bundesregierung die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten.“ In einer Antwort von Bernd Neumann MdB, Staatsminister im Bundeskanzleramt, steht, dass vom Bundesministeriumn des Innern sowie vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für die Restaurierung von Kirchen im Königsberger/ Kaliningrader Gebiet von 1993 bis 2010 Haushaltsmittel in Höhe von 2 346 500 € bereitgestellt. Geförderte Projekte waren der Königsberger Dom, die Salzburger Kirche in Gumbinnen/ Gussew, die Kirchen in Marjino/Arnau, Gwardejskoje/Mühlhausen, Schelesnodoroschny/Gerdauen, Turgenewo/Groß Legitten, Slawsk/Heinrichswalde, Wladimirowo/Tharau und Prawdinsk/Friedland. Die Übergabe von ehemaligem Kircheneigentum an die Russisch-Orthodoxe Kirche sei jedoch eine souveräne Entscheidung der Russischen Föderation, die durch die Bundesregierung nicht bewertet werde.
Die litauische Regierung hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass die ursprünglich geplante Übergabe der Kirche in Tschistie Prudy/Tollmingkehmen an die russisch-orthodoxen Kirche nicht stattfand. In dieser Kirche war bereits durch die Sowjetunion ein Donelaitis-Museum eingerichtet worden. Die litauische Regierung berief sich auf die überragende Bedeutung des Dichters und protestantischen Pfarrers Kristijonas Donelaitis (dt. Christian Donalitius) für die litauische Kultur.
Den genauen Wortlaut der Anfrage findet man unter diesem link:

Montag, 21. Februar 2011

Flüchtlingsprojekt des GAW in Malaga/Spanien

Afrikanische Flüchtlingskinder
im Hinterhof der Kirche in Malaga
Im diesejährigen Projektkatalog findet man ein besonders interessantes und wichtiges Projekt - gerade angesichts der aktuellen Situation in Nordafrika und der Konsequenzen für Südeuropa:
In Malaga/Spanien gibt es eine kleine evangelische Gemeinde. Sie ist nicht besonders groß. Sie hat es aber schwer im katholischen Spanien. Rechtlich ist ihr Stand nicht einfach. Und doch sind sie evangelisch. Ihre Kirche ist eine Ruine – der Kirchraum geht noch, aber in dem übrigen Gebäude hat es gebrannt. Die Behörden machen jetzt Druck. Das Gebäude muß saniert werden. Bis dahin hört sich das noch normal chaotisch an. Es wird existeniell dramatisch, wenn man durch das Kirchgebäude in den Hinterhof kommt. Dort gab es mal eine evangelische Schule. Diese wurde geschlossen und vor wenigen Jahren renoviert, damit eine beispiellose Arbeit für Flüchtlinge besonders aus Afrika hier stattfindne kann. 65 Flüchtlinge haben hinter der Kirchenruine ein Obdach. Wird die Kirche geschlossen, kann die Kirche kein Obdach für die Flüchtlinge mehr geben. Es ist ein Drama. Die kleine Spanische Evangelische Kirche hat nicht genügend Mittel, um zu helfen.
Als GAW haben wir uns dieses Projektes angenommen und wollen es in den kommenden drei Jahren fördern. Spenden auch Sie dafür. Das geht ganz einfach über unsere Homepage www.gustav-adolf-werk.de! - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 18. Februar 2011

Wachstum der Lutherischen Kirchen

Die Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) haben einer veröffentlichten Statistik zufolge den weltweiten Wachstumstrend fortgesetzt. Ende 2010 hatten die zum LWB gehörenden 145 Kirchen, zehn Einzel-Gemeinden und ein Kirchenrat in 79 Ländern zusammen insgesamt 70 308 294 Mitglieder, eine Zunahme von 213 559 oder 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das größte Wachstum findet sich in Afrika und Asien. Über die Lutherischen Partnerkirchen des GAW berichtet der LWB Folgendes: Europäische Kirchen, die ein Wachstum im entsprechenden Zeitraum verzeichneten, waren die Protestantische Malagassische Kirche in Frankreich, die um 1 500 oder 17,6 Prozent auf 10 000 Mitglieder wuchs; die Evangelisch-Lutherische Kirche Estlands erhöhte ihre Mitgliederzahl um 12 000 oder 7,5 Prozent auf 172 000 Mitglieder.
Die größte lutherische Kirche in Lateinamerika und der Karibik, die Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien, meldete keine Veränderungen ihrer Mitgliederzahl von 717 000.
In Europa und in Lateinamerika ist ansonsten eher eine Stagnation oder eine Verminderung zu beobachten. Eine Frage an das GAW wird in Zukunft mit Sicherheit die Frage des Umgangs mit Migrantenkirchen in Europa sein zu denen wir noch keine Partnerschaftsbeziehungen unterhalten.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Versöhnung leben in der Diaspora

Versöhnung im Glauben zu leben ist ein Anspruch, den das GAW hat und mit dem es die Partner in der Diaspora stärken will. In vielen Partnerkirchen gibt es Initiativen, die versöhnend in die Gesellschaft des jeweiligen Landes wirken. So gibt es in Chile den Rat der Lutherischen Kirchen, der darauf zielt, beide Kirchen miteinander zu versöhnen. Gerade in Lateinamerika sind ökumenische Kontakte sehr wichtig, um sich nicht zu verschließen vor den Herausforderungen der Gesellschaft. Versöhnungsarbeit ist in vielen unserer Partnerkirchen gerade auch das diakonische Engagement.
Die Ev.-luth. Gemeinde Kaliningrad/Königsberg wird im Mai diesen Jahres ein Versöhnungszeichen  erhalten: das „Nagelkreuz aus Coventry“. In Kaliningrad gibt es eine lange evangelisch-lutherische Tradition. Zuletzt gab es Reibungen mit der russisch-orthodoxen Kirche um die Nutzung und Rückgabe von Kirchgebäuden. In diesem Sinne ist es wichtig, Zeichen des versöhnten Miteinanders zu setzen, damit Streit nicht eskaliert.
Zur Information: „Nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry (England) am 14./15.November 1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Dompropst Richard Howard die Worte „Vater vergib“ in die Chorwand der Ruine meißeln. Diese Worte bestimmen das Versöhnungsgebet von Coventry, das die Aufgabe der Versöhnung in der weltweiten Christenheit umschreibt. … Auf dem Altar in Coventry steht das originale Nagelkreuz. Es wurde aus Zimmermannsnägeln zusammengefügt, welche die Balken des Deckengewölbes der alten Kathedrale zusammengehalten hatten. Aus den Überresten der Zerstörung wurde so ein Symbol geschaffen, das den Geist der Vergebung und des Neuanfangs ausdrücken will. Das Nagelkreuz aus Coventry steht heute als Zeichen der Versöhnung an vielen Orten der Welt, wo Menschen sich unter diesem Kreuz der Aufgabe stellen, alte Gegensätze zu überbrücken und nach neuen Wegen in eine gemeinsame Zukunft zu suchen.“ (aus: www.Nagelkreuzgemeinschaft.de)
Interessieren würde es mich sehr: Welche Gemeinden unserer Partnerkirchen gehören zur Nagelkreuzgemeinschaft? – Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 15. Februar 2011

Waldenserkirche am Rio de la Plata


Waldenserwappen
Aus Uruguay erreicht uns ein Dankesschreiben des dortigen Moderadors Marcelo Nicolau. Immer wieder unterstützt das GAW den sog. Pensionsfonds der Waldenserkirche am Rio de la Plata für die pensionierten Pfarrer. Ohne diese Hilfe würden die Lebensumstände dieser emeritierten Pfarrer sehr schwierig aussehen. Häufig sind diese Unterstützungen Überlebenshilfen nach langen Dienstjahren. In dieser Hinsicht ist es eine Hilfe, um die Würde dieser Pfarrer zu erhalten.
Immer wieder bekommen wir mit, welche Sorgen es für einige Diasporakirchen bereitet, daß Pfarrer und Pfarrerinnen nach langem Dienst kein ausreichendes Auskommen haben. Auch hier sind wir als GAW gefordert. - Pfarrer Enno Haaks

Montag, 14. Februar 2011

Leiser protestantischer Protest in Italien

Afrikanische Flüchtlinge in Italien
Freitag Nachmittag veranstalten die Protestanten Mailands eine "Bolla del Silencio" (Blase des Schweigens). Sie demonstrieren damit gegen zunehmende Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit vorzugehen. In Italien ein brisantes Thema! Nach dem Umsturz des Diktators in Tunesien kommt es in Italien zu einem erheblichen Anstieg an illegalen Einwanderungen aus Afrika. Die Regierung hat den Notsatnd ausgerufen. Allein schafft es Italien nicht.
Was geschieht mit den Menschen, die kommen? Für eine Gesellschaft nicht leicht. In Italien versuchen die Kirchen, sich dieser Themen anzunehmen. Und sie wollen auch gegen jegliche Form von Ausländerfeindlichkeit vorgehen, die die Menschen, die kommen, ausgrenzen will.
"Es ist wichtig, daß die protestantischen Gemeinden der lombardischen Metropole die "Bolla" gemeinsam durchführen - als Kirchen, die schon intern mehrere Sprachen sprechen, verschiedene Traditionen pflegen und oft hautnah die brutalen Auswirkungen von Geringschätzung gegenüber Ausländern insgesamt zu spüren bekommen. Es ist eine kleine, wichtige Aktion des Protests nicht nur für sich selbst, sondern für Andere. Nicht in erster Linie, um auf die eigene Minderheitensituation hinzuweisen, sondern vor allem, um auf die Lebensumstände der Anderen mitten unter uns aufmerksam zu machen," schreibt "Insieme/Miteinander", das Organ der ELKI (Ev- Luth. Kirche in Italien). - Pfarrer Enno Haaks

http://www.chiesaluterana.it/allegati/MITEINANDER%201_11__x67.pdf

Sonntag, 13. Februar 2011

Wieder starkes Nachbeben in Chile

Ein schweres Erdbeben der Stärke sieben hat den Süden Chiles erschüttert. Das Zentrum des Bebens lag 45 Kilometer nördlich der Stadt Concepción. Die Erschütterungen waren bis in die Hauptstadt Santiago zu spüren. Berichte über Verletzte gab es nicht - doch schlimme Erinnerungen wurden wach. Tausende Menschen verließen nach dem Beben küstennahe Orte aus Angst vor einem Tsunami und brachten sich in höher gelegene Gebiete in Sicherheit. Betroffen war die Gegend um Concepción, dieselbe Region, die vor knapp einem Jahr von einem der schwersten je registrierten Erdbeben heimgesucht worden war.
Nach Angaben der US-Erdbebenwarte lag das Epizentrum 45 Kilometer nördlich von Concepción im Pazifik. Die Behörden gaben jedoch schon bald Tsunami-Entwarnung.
Nach Auskunft von Annegret Hoffmann, Leiterin der Grundschule "Piececitos" bei Concepción gab es keine relevanten Schäden. "Nur der Schrecken steckt uns in den Knochen!"
President Sebastian Piñera rechnet noch mit jahrelangen Nachbeben nach dem schweren Beben im Februar 2010. Die Erde baut nur sehr langsam die hohen Spannungen ab. - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 12. Februar 2011

Bericht der Moderatorin der Waldenser

Moderatorin Maria Bonafede
Im März beim Runden Tisch mit der Waldenserkirche Italiens in Bad Herrenalb berichtete die Moderatorin Maria Bonafede von ihrer Kirche:
Dankenswerterweise gibt es auch durch die lange Geschichte der Kirche gute freundschaftliche Beziehungen nach Deutschland, in die Schweiz und auch in die USA. Gerade auf den Synoden der Waldenser erlebt man dieses tragende Netz intensiv.
Die größte Herausforderung für die Waldenser besteht in der Integration der Immigranten, besonders derer, die aus Afrika kommen. Es gibt inzwischen einen französischen und englischen Arbeitszweig, die sich darum kümmert. Darin liegt  ein großes Wachstumspotenzial, denn ansonsten schrumpft die Kirche eher. Vor 20 Jahren begann man schon, mit den Immigranten zusammen zu arbeiten. Man stellte sich die Frage, wieweit sich die Waldenser wandeln müssen, um Einwanderern Raum zu geben. Das ist ein mühsamer Prozeß, der auch auf die Frage der Identität der Kirche und der überkommenen Tradition zielt.
Die Zusammenarbeit ist nicht immer konfliktfrei, denn die Mentalitätsunterschiede sind enorm. Die Waldenserkirche sucht zur besseren Integration auch den Kontakt zu den Ursprungskirchen in Afrika.
Positiv gestaltet sich die Zuweisung aus den OPM-Mitteln. Inzwischen unterstützen über 300.000 Italiener für die Waldenserkirche, obwohl nur ca. 30.000 Mitglieder der Kirche angehören. Das hängt mit dem hohen Ansehen in ethischen Fragen zusammen. Jedoch werden die OPM-Mittel hauptsächlich für diakonische Zwecke ausgegeben. Die kirchliche Arbeit tragen die Mitglieder selbst.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Synodenbeschluß der Waldenser zur Homosexualität

Im vergangenen Jahr war ein sehr emotional diskutiertes Thema auf der Synode die Frage der Homosexualität. In zwei großen städtischen Gemeinden fragten zwei Paare an, sich trauen zu lassen. Eine Gemeinde lehnte ab. Die andere wollte zur Konsensfindung innerhalb der Kirche diese Frage auf der Synode behandelt wissen. Das geschah! Die Kirche entschied, daß die Gemeinden, die betroffen sind, in einen Beratungsprozeß eintreten und dann vor Ort entscheiden, ob eine Segnung vollzogen werden kann. Besonders die Gemeinden mit hoher Zahl afrikanischer Mitglieder verweigerten jegliche Diskussion. Viele städtisch geprägte Gemeinden mit alter Waldensertradition sind liberaler eingestellt. In zahlreichen kleinen ländlichen Gemeinden gab es noch wenig konkrete Anlässe, darüber zu diskutieren.
Der Beschluß der Synode war durchaus weise, denn er verhindert eine Spaltung innerhalb der Kirche. Dennoch spürt man bei dieser Frage die Spannung, die durch die Fragen zur menschlichen Sexualität in die Kirchen getragen wird. Weltweit beobachten wir diese Spannungen. - Pfarrer Enno Haaks

"Steine können den Weg verbauen..."

"Steine können einem den Weg verbauen!" sagte ein erfahrener Pfarrer eines Diasporahilfswerkes als beim sog. "Runden Tisch der Waldenserkriche" in Bad Herrenalb die Vertreter der Kirchenleitung von der Abgabe kirchlicher Gebäude berichteten. Nicht alle liebgewonnenen Gebäude können auf Dauer erhalten und unterhalten werden. Gerade in Europa, wo die evangelischen Kirchen schon längst in der "Diaspora" angekommen sind, muß man sorgsam mit den kirchlichen Gebäuden umgehen. Nicht alles wird man erhlaten können, was über Jahre aufgebaut wurde. Aus Mittel- und Osteuropa hören wir genügend Beispiele: Die Böhmischen Brüder überlegen, Kirchen abzugeben, in der Badischen Landeskirche sollen mittelfristig 30% des Gebäudebestandes verkauft werden. Zu großer Gebäudebestand kann Gemeindeentwickung lähmen. Deshalb ist auch immer wieder zu evaluieren, wie Gebäude sinnvoll genutzt und ausgelastet werden können. Als GAW sind wir auch gefordert, unsere Partner bei der Frage nach Kirchenbauten, - renovierungen etc. verantwortlich zu begleiten. Nicht alles, was gewünscht ist, ist auch nachhaltig für die kirchliche Entwicklung. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 9. Februar 2011

Sorge um die Evangelisch Lutherische Gemeinde in Zagreb

Mit großer Sorge beobachten wir im GAW die Situation innerhalb der Lutherischen Kirche in Kroatien. Die Kirche ist klein. Nach Schätzungen soll sie nicht mehr als 2.000 Mitglieder haben. Von den wenigen Gemeinden befindet sich z.Zt. die Gemeinde in Zagreb in einer sehr komplizierten Rechtssituation. Rechtlich und finanziell ist sie abhängig von der Kirche. Ökonomisch wurde und wird ihr das Überleben fast unmöglich gemacht. Heute sollte dort mit zweifelhaften Rechtsmitteln versucht werden, die Gemeinderäume zu räumen.
Wir beten darum, daß hier trotz aller Verletzungen, ein Neuanfang gemacht werden möge, daß Konflikte im demokratischen Miteinande rgelöst werden.
Als GAW vertrauen wir dabei auf den Luthersichen Weltbund, der versucht, den Kontakt zu beiden Seiten zu halten. - Pfarrer Enno Haaks

P.S.: Zum Glück kam es bis jetzt nicht zu einer gewaltsamen Räumung. An dem angezeigten Termin erschien lediglich ein Journalist.

Spendenwerk braucht treue Spender

Nach einer Abendveranstaltung am gestrigen Abend erzählte mir eine Frau: "Mein Vater hat immer für das GAW gespendet, selbst als wir nach dem Krieg kaum etwas zum Essen hatten. das war ihm ein Herzensanliegen!" Es ist bewundernswert, wenn solche Opfer für andere gebracht werden, denen es ebenso nicht gut geht, weil sie als Minderheit kaum das Gemeindeleben aufrechterhalten können.
Ein anderer erzählte mir: "Seit ich ein Praktikum in einem diakonischen Projekt einer GAW-Partnerkirche gemacht habe als junger Mann spende ich regelmäßig per Dauerauftrag jeden Monat. Jetzt schon seit 25 jahren...!"
Solche "Herzenspender" braucht die Diaspora! Solche Menschen, die von sich absehen, sind nötig, um anderen Raum zu geben. Das tun wir als GAW! Dafür sind wir diesen Spendern dankbar! - Pfarrer Enno Haaks 

Dienstag, 8. Februar 2011

Stipendiatenprogramm


GAW-Stipendiaten des Studienjahres 2010/2011
mit Prof. Dr. Klaus Fitschen, Pfarrer Enno Haaks und
ihrer Betreuerin Cornelia von Ruthendorf-Przewoski 
 Es ist wieder soweit: In dieser Woche werden die neuen Stipendiaten für das Wintersemester 2011/12 + Sommersemester 2012 ausgewählt, die mit einem Stipendium des GAW an der Theologischen Fakultät in Leipzig ein einjährges Studium machen können. Es sind genügend Bewerbungen eingetroffen aus den verschiedensten Partnerkirchen.
Damit leistet das GAW auch in personeller Hinsicht in ihren Kirchen eine Aufbauhilfe, die nicht zu unterschätzen ist. Gute Theologen, die einen geweiteten Blick haben, sind für unsere Partner wichtig, um bei der Entwicklung ihrer Kirchen helfen zu können. Für uns als GAW sind unsere Stipendiaten in Zukunft gute Ansprechpartner. Etliche haben kirchenleitende Funktionen inne, so in Argentinien, in der Slowakei oder beim Luthersichen Weltbund. 
Zudem besuchen unsere Stipendiaten während der Zeit in Leipzig  Feste und Veranstaltungen der Hauptgruppen, erzählen von ihren Kirchen und helfen, Kontakte zu knüpfen. - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 5. Februar 2011

Bibelauslegung und Homosexualität

Ethische Fragen spielen immer wieder eine große Rolle in zwischenkirchlichen Debatten. Manchmal stören sie erheblich gemeinsame Verstehensprozesse. Einige Partnerkirchen des GAW werfen z.B. in Fragen um die menschliche Sexualität Bekenntnsifragen auf, die als kirchentrennend wahrgenommen werden. Dahinter stehen auch Fragen des Umgang mit der Verbindlichkeit biblischer Texte.
Professor Dr. Jürgen Ebach
In einem bemerkenswerten Komentar auf http://www.evangelisch.de/ schreibt Prof. Jürgen Ebach:
"Mit der Bibel ins Gespräch zu kommen heißt, das innerbiblische Gespräch und seine verbindliche Vielfalt wahrzunehmen. Wenn Texte gegen Texte stehen, dann muss man diskutieren und alle sollen zu Wort kommen und letztlich muss man mehrheitlich entscheiden, was gelten soll. In evangelischen Synoden ist es da nicht anders als in der Demokratie. Was die Wahrheit ist, lässt sich mit keiner Mehrheit entscheiden, wohl aber, was – wenigstens für eine Weile – gelten soll. Ich hoffe für die anstehenden Entscheidungen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sehr, dass sie in der Frage der Homosexualität die unteilbaren Menschenrechte auch da behaupten, wo sie kirchlichen Traditionen entgegenlaufen."
Es lohnt, den gesamten Artikel unter folgendem link zu lesen:
Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 4. Februar 2011

LWB und GAW verbunden im Dienst an des "Glaubensgenossen"

Dra. Patricia Cuyatti
und Eva Vogel-Mfato
Es ist beeidnruckend, wieviele gemeinsame Interessen GAW und LWB miteinander verbinden. In Lateinamerika, Westeuropa, von Mittel- und Osteuropa bis nach Zentralasien. All die luthersichen Kirchen, die unsere Partner sind, werden auf verschiedene Weise vom LWB gefördert, sei es durch Projekte, die Kirchen nachhaltig unterstützen und ihre Kontextbezogenheit ernst nehmen, sei es durch theologische Beratungen oder durch Treffen, die die luthersiche "Weltfamilie" in Verbundenheit des einenden Glaubens und Bekenntnisses stärkt.
Es ist notwendig, die zu kennen, die dort arbeiten, wo wir tätig sind, Wissen zu teilen, Informationen auszutauschen. Für uns sind das Dra. Patricia Cuyatti für Lateinamerika und Eva Vogel-Mfato für Europa bis nach Wladiwostock.
Gemeinsame Fragen, wie Stärkung der Frauenordiantion, Konfliktbewältigung etc. haben wir für verschiedene Partnerkirchen durchgesprochen und konkrete Verabredungen getroffen. Aus Spanien erzählte mir Frau Vogel-Mfato, daß immer mehr luthersiche Immigranten aus Lateinamerika beim LWB um Hilfe für Gemeindegründungen anfragen. Wäre es möglich, diese mit unserer Partnerkirche IEE in Spanien zusammen zu bringen? - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 3. Februar 2011

Besuch beim Lutherischen Weltbund in Genf

Nach einem Jahr im Dienste des GAW war es an der Zeit, sich beim Lutherischen Weltbund vorzustellen und die Mitarbeiter kennenzulernen, mit denen wir verbunden sind, weil wir mit den gleichen Partnern zusammenarbeiten und daran interessiert sind, die Kirchen vor Ort zu stärken, damit sie nachhaltig lebensfähig sind.
Natürlich werden dabei auch Themen angesprochen, die uns gemeinsam bewegen und belasten: Wie schafft man es, Konflikte in einer Kirche so zu gestalten, daß sie Kirche nicht zerstören? Gibt es Deeskalaltionsstrategien in Kirchen? Wie kann man Partner, die es untereinander schwer haben, ermutigen, Wege trotz allem neu aufeinander zu zu gestalten? Da gibt es durchaus Möglichkeiten und auch Notwendigkeiten zu reagieren, denn in Kirchen gemeinsamen Bekenntnisses bleibt man verbunden und ist auch dem einenden Bekenntnis verbunden. Konkret sorgen uns die Entwicklungen in Kroatien und in Venezuela. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 2. Februar 2011

Ein Brief aus Kaliningrad...

Das evangelische Monatsmagazin Chrismon veröffentlicht regelmäßig Berichte aus evangelischen Gemeinden im Ausland. In der jüngsten Ausgabe schreibt Propst Löber aus Kaliningrad. Unter diesem link findet man den Brief: http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2011/brief-aus-kaliningrad-6955
Das GAW hat gerade durch die Hauptgruppe Sachsen sehr zum Aufbau und Erhalt evangelischen Kirchenlebens sehr beigetragen. Insbesondere Propst em. Beyer hat sich nach der Wende hohe Verdienste erworben. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 1. Februar 2011

Chavez ist die Hoffnung!

Diese Parole auf den Straßen der Stadt Maracaibo/Venezuela hat sich in meiner Erinnerung eingegraben nach meinem Venezuelabesuch. Bis heute begleiten mich die Eindrücke und die Begegnungen mit den lutherischen Schwestern und Brüdern aus der IELV (Ev.- Lutherische Kirche in Venezuela). Vielen verschiedenen Nationalitäten gehören sie an in einer kleinen Kirche, die es schwer hat zu überleben. Spannungen gibt es im Land, Spannungen gibt es in der Kirche.
Und z.Zt. spitzt sich die Lage in der Kirche wieder zu. Die kleine IELV hat nur wenige Partner. Keine Evangelische Landeskirche hat eine Partnerschaft dorthin - nur der Lutherische Weltbund, die Finnische Mission, die EKD und das GAW halten enge Beziehungen. Nun trafen sich alle Partner in Deutschland, um zu sich auzutauschen, Informationen zu teilen, verschiedene Sichtweisen zu beleuchten und zu beratschlagen, wie es von Seiten der Partner weitergehen kann. Das ist schwierig. Aber in einem Brief äußern sich alle Partner hoffnungsvoll, daß es Schritte auf eine Versöhnung hin geben kann. Vorschläge werden unterbreitet und gemahnt, sich zu vergeben und Brücken der Versöhnung zu bauen. Unsere Schwestern und Brüder brauchen dafür unser aller begleitendes Gebet besonders für die Ende Februar anberaumte Synode. Noch ist nicht klar, ob alle Gemeinden teilnehmen werden. Das wäre kein gutes Zeichen... - Pfarrer Enno Haaks