Montag, 31. Januar 2011

Personelle Veränderungen in der IELCH

Kirchenpräsident Luis Álvarez
In Chile hat die Iglesia Evangélica Luterana en Chile (IELCH) einen neuen Kirchenpräsidenten gewählt! Helmut Frenz und Martin Junge hatten dieses Amt auch schon inne. Nach zehnjähriger Dienstzeit gab Pastorin Gloria Rojas ihr Amt an Pastor Luis Álvarez ab, der vorher seinen Dienst in Punta Arenas ausübte.
Im vergangenen Jahr haben wir als GAW viel für die kleine IELCH tun können. Das war notwendig, denn zwischen Santiago und Concepción waren nach dem großen Erdbeben am 27. Februar 2010 zahlreiche Kirchengebäude und diakonische Einrichtungen der Kirchen in Mitleidenschaft gezogen.
Wir hoffen sehr, daß der neue Kirchenpräsident mit dem designierten Bischof der Iglesia Luterana en Chile (ILCH) Siegfried Sander und beiden Synodalräten gute Beziehungen hält, damit das ambitionierte Ziel einer Kirchenvereinigung bis 2014 erreicht werden kann. Als GAW sind wir sehr stark an einer guten und konstruktiven Zusammenarbeit und Versöhnungsarbeit interessiert und haben unsere Absicht deutlich gemacht, dem CILCH (Rat beider luthersicher Kirchen) für die kommenden Jahre mehr Gewicht geben zu können. - Pfarrer Enno Haaks

Sonntag, 30. Januar 2011

Ehrenamt im GAW am Beispiel der Frauenarbeit

Jahresgabe der Frauen des GAW 2011
Es ist schon bewundernswert, wie in jedem Jahr über 100.000 Euro allein von der Frauenarbeit des GAW gesammelt wird. Dafür werden exemplarisch Projekte ausgewählt, die beworben werden. In diesem Jahr wird die Sammlung der Frauen unter dem Leitwort stehen: "Weil du wertvoll bist vor meinen Augen". Der Erlös ist für sozialdiakonische Aktivitäten in der Ukraine und in Russland bestimmt, z. B. für die Arbeit mit behinderten Kindern in Togliatti oder für Beratungsangebote für Frauen in der Karpato-Ukraine.
In den jeweiligen Landeverbänden werden insbesondere durch viele Vorträge über die Projekte dieses Geld eingeworben. Viele kleine Aktivitäten sind es, die aber dadurch immer wieder auf das GAW aufmerksam machen.
Diese Arbeit wird nicht einfacher. Ehrenamtliche zu gewinnen ist schwierig. Sich für die "fremden Nächsten", mit denen wir durch unseren evangelischen Glauben verbunden sind, einzusetzen ist nicht einfach. Da werden wir immer wieder neu motivieren müssen, Ideen sammeln, Kreativität wecken, um diese wichtige Arbeit zu stärken. Es lohnt, denn der Blick über den Tellerrand hat schon oft genug geholfen, sich selbst und unser Kirchesein anders sehen zu lernen. - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 27. Januar 2011

Lutherische freiwillige Helfer kümmern sich um die Aermsten der Brasilien-Katastrophe

Lutherische Gemeinden in Brasilien arbeiten solidarisch mit Katatstrophenhilfeorganisationen zusammen, um den von der schlimmsten Umweltkatastrophe des Landes seit Jahrzehnten betroffenen Millionen Menschen zu helfen. “Alles ist sehr, sehr traurig, doch nach so viel Tod müssen wir nun wieder anfangen, an das Leben zu denken und dafür zu arbeiten”, sagte Pfarrer Guilherme Lieven, Synodalpastor der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB). Lieven verdeutlicht diese Solidarität anhand des Einsatzes der Präsidentin einer örtlichen lutherischen Gemeinde, die 18 Menschen Unterkunft in einem Raum bietet, den sie sich normalerweise nur mit ihrer Mutter teilt. Ein anderer freiwilliger Helfer, Pfarrer Adelcio Kronbauer, verteilt mit einem Armeelastwagen Nahrungsmittel in den am schlimmsten betroffenen Gebieten. “Wenn der Lastwagen an manchen Stellen ankommt, ist die Atmosphäre gespannt, jeder ist still. Man weiss nie, wie viele Menschen dort vielleicht verhungern… vielleicht hunderte… und möglicherweise haben wir nicht genug Nahrung für alle.” Schwere Regenfälle im Südosten haben im Januar in vielen Städten für Überschwemmungen und Schlammlawinen gesorgt, besonders im Bundesstaat Rio de Janeiro ind der Region Serrana. Es sind Millionen Menschen betroffen. Mehr als 750 Menschen verloren ihr Leben, hauptsächlich in Rio de Janeiro, Teresopolis, Sumidouro und Nova Friburgo, den am schlimmsten betroffenen Städten. Die Behörden fürchten, dass die Zahl der Todesopfer noch weiter steigen könnte, wenn die Katastrophenhelfer die noch unter zusammengebrochenen Häusern und Gebäuden verschütteten Opfer bergen. Die IECLB-Gemeinden haben zwei Solidaritätausschüsse in verschiedenen Städten eingerichtet und arbeiten mit der Regierung und anderen Organisationen zusammen, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen. “Zuerst einmal müssen wir die Bedürfnisse der Menschen erkennen, die Lage analysieren und danach einen Aktionsplan ausarbeiten. Auf diese Weise wollen wir die dringendsten Bedürfnisse derjenigen erfüllen, die ohne Hilfe dastehen, und eine Verschwendung von Ressourcen und Wiederholungen bei der Hilfe vermeiden”, erklärte Lieven. “Gleichzeitig müssen wir auch mittel- und langfristig denken, wenn die Region nicht mehr die Aufmerksamkeit der Medien hat”, merkte er an. Lieven und seine Helfer haben festgestellt, dass zwar gebügend Kleidung gespendet wurde, es aber an Windeln und sauberer Unterwäsche fehlt. Sie bitten um Geldspenden, so dass die Verantwortlichen die wichtigsten Dinge entsprechend ihren Bedürfnissen vor Ort kaufen können. “Wir wollen organisiert arbeiten, so dass wir wissen können, was getan werden muss”, sagte Kronbauer. “Sobald wir ein klares Bild von den hauptsächlichen Bedürfnissen haben, können wir es unseren Partnern mitteilen.”
Die ACT-Allianz, die in Genf beheimatete kirchliche Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, zu der auch der Lutherische Weltbund (LWB) gehört, hat eine internationale Alarmmeldung über die Situation in den Überschwemmungsgebieten herausgegeben. Ihre Mitglieder in Brasilien inklusive der Lutherischen Diakoniestiftung (FLD) der IECLB, Koinonia, Ökumenische Koordinationsdienste, Diakonie und Christliche Hilfe arbeiten zusammen, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen. Kirchengemeinschaften in den Städten haben bereits die Notfallhilfe eingesetzt und Solidarität mit den Opfern gezeigt.
LWB-General-Sekretär Pfarrer Martin Junge steht im Dialog mit der Kirchenleitung der IECLB und hat die Solidarität und Gebete des LWB für die brasilianische Bevölkerung, Kirchen und Behörden in dieser schwierigen Zeit ausgedrückt. “Wir sehen, wie sich Diakonie auf wunderbare Weise ausdrückt, wenn Menschen ihre Nachbarn aufnehmen, Kirchgemeinden Resourcen mobilisieren und verteilen und mit der Regierung und anderen Netzwerken zusammenarbeiten”, sagte er. “Es ist mir eine besondere Freude zu sehen, wie weltweite und örtliche Hilfsangebote zu unserer internationalen Zusammenarbeit in der ACT-Allianz in Verbindung stehen”, fügte Junge hinzu.
Die IECLB hat 717 000 Mitglieder und ist seit 1952 Mitglied im LWB. Ihr diakonischer Arm, die FLD, arbeitet in Randgemeinden, um Gleichberechtigung zu fördern, Rassismus zu bekämpfen und Gewalt zu überwinden.  - Von Susanne Buchweitz und Marcelo Schneider, Luther. Weltbund

Jahrestagung der Frauenarbeit

Irmgard Velten und Vera Gast-Kellert stellen
das Jahresprojekt 2011 vor
Heute beginnt die Jahrestagung der Frauenarbeit in der Zentrale des GAW in Leipzig. In diesem Jahr läutet diese wichtige Tagung das Jubiläumsjahr der Frauenarbeit ein. Seit 125 Jahren gibt es die sogenannte "Frauenliebesgabe". Millionen wurden in diesen Jahren allein durch die Aktivitäten der Frauen des GAW gesammelt, um Projekte in den Kirchen unserer Partner zu unterstützen. Mit recht sind es Gaben der Liebe, die Räume öffnen und erhalten. Hinter diesen gesammelten Geldern stehen viele kleine Aktivitäten und viel Kreativität besonders von den Frauen. In vielen Hauptgruppen wird gerade durch das Engagement der Frauen an der Kirchenbasis das GAW bekannt gemacht und für ein Bewußtsein der Diasporaverantwortung von Kirche geworben. Diese Arbeit wollen wir in Zukunft weiterhin tatkräftig unterstützen. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 25. Januar 2011

Mitgliederversammlung der Hauptgruppe Baden

GAW Baden in Bad Herrenalb
Gut vernetzt in der Landeskirche Baden ist unsere dortige Hauptgruppe. Selbstverständlich kommt Bischof Fischer zur Mitgliederversammlung (24. und 25.1.) nach Bad Herrenalb und outet sich als GAW-Mann. Im Vorstand sitzt ein Pfarrer des Predigersemnars und ein Fundraiser, der ebenfalls über gute Kontakte in der ganzen Landeskirche verfügt.  Und trotzdem kämpft auch hier das GAW mit geringerem Spendenaufkommen, Generationenwechsel etc. Trotzdem ist es gut, von diesem Beispiel zu lernen, auch von der mit der Landeskirche vernetzten Freiwilligenarbeit, die junge Menschen für die Diasporaverantwortung gewinnen will!
Die Mitgliederversammlung beschäftigte sich am ersten Tag mit dem Jahr der Taufe innerhalb der Reformationsdekade. Synodalsenior Joel Ruml von den Böhmischen Brüdern und Professor F. Ferrario von der Waldenserfakultät in Rom hielten neben Landesbischof Fischer dazu Impulsreferate. In Diskussionsrunden wurde die eigene Taufpraxis an Hand des Gehörten reflektiert. In einem feierlichen Gottesdienst wurde der neue Vorstand eingeführt und drei Mitglieder verabschiedet. - Pfarrer Enno Haaks

Sonntag, 23. Januar 2011

Aktuelles aus der Notstandsregion in Brasilien von der IECLB

Nova Friburgo / Brasilien
Die Kirchenelitung der IECLB hält uns und andere Partner über die Notsituation nördlich von Rio de Janeiro auf dem Laufenden. Folgendes schreiben sie uns:
"Der zuständige Synodalpfarrer Guilherme Lieven hat die Katastrophengebiet besucht und u.a. über die betroffenen Gemeinden berichtet. Pastor Adélcio Kronbauer, Pastor der Gemeinde von Nova Friburgo, teilt ihm mit, daß lutherische Familien auch betroffen sind. Es gibt zwar keine Meldungen darüber, dass lutherische Mitglieder zu Tode gekommen sind, aber sie haben materielle Verluste erlitten; bis jetzt gibt es keine Nachricht, dass auch welche ihr Wohnhaus verloren hätten. Es gibt aber welche, die ihr Haus verlassen mussten, weil es in einer gefährdeten Lage ist. Lutherische Familien wurden erschüttert durch den Tod von Freunden, Arbeitskollegen, Verwandten und Be-kannten. Es gibt lutherische Kaufleute, die bedeutende Verluste haben hinnehmen müssen. Es gibt Lutheraner, die wegen der Tragödie arbeitslos geworden sind. An diesem Donnerstag wird ein Team lutherische Familien im Distrikt Amparo besuchen. Dann werden wir besser wissen, wie es um diese Familien steht.” Ganz allgemein kann man sagen, dass jeder Schäden erlitten hat. Kommenden Samstag wird es eine Versammlung geben, um die Schäden am Eigentum der lutherischen Gemeinden festzustellen; Kirchgebäude, Gemeinschaftsräume, Büromöbel sind überschwemmt worden.
Zudem ist hervorzuheben, daß sich die luthersichen Gemeinde an Solidaritätsaktionen beteiligen. Gemeinderäume werden geöffnet, um Lebensmittel z.B. zu verteilen. Nach Pastor Adélcio gehen die Lutheraner in die Stadtteile und zerstörten Bereiche, ohne auf die Religion zu sehen, sondern um zu helfen.
Über unsere Homepage des GAW können Sie spenden, die den Notleidenden zugute kommen!

Samstag, 22. Januar 2011

Kampf um die lutherische Kirche in Kroatien

In einer weiteren schwierigen Phase der Konfrontation befindet sich die luthersiche Gemeinde in Zagreb mit ihrem Pfarrvikar. Ein kroatisches Gericht hat auf Grund einer Klage des Bischöflichen Visitators gegen diese Gemeinde, die den Weg der kleinen luthersichen Kirche nicht mitgehen will, entschieden, dass das Gebäude mit der Kirche in der Zagreber Altstadt im Februar geräumt werden soll. 
Als GAW beobachten wir mit großer Sorge diese Entwicklung in Kroatien. Es gab wichtige Stationen auf dem Weg, um zu helfen, Kirche eines gemeinschaftlichen Miteinanders zu bauen. Das gelang nicht, weil Vereinbarungen nicht eingehalten wurden. Jetzt kommt es zu einer weiteren Eskalation, die wir nicht gut heißen. Inwieweit ethnische Ressentiments eine Rolle spielen, ist schwer zu sagen. Der Pfarrvikar und der Bischöfliche Visitator gehören unterschiedlichen Gruppen an. Das darf um Gottes Willen aber nicht dazu führen, Kirche zu nutzen, um eigenen Interessen Raum zu geben.
Als GAW ermahnen wir eindringlich die Verantwortlichen in der lutherischen Kirche Kroatiens, den Weg des Dialogs zu suchen. Wir befürchten, daß hier eine Kirchengemeinde systematisch zerstört wird. Das darf nicht sein! - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 21. Januar 2011

Diasporawokshop im Juni 2011

In der öffentlichen Diskussion verschwimmen die Begriffe Diaspora und Mission zunehmend. Besonders in Lateinamerika werden Überschneidungen beobachtet. Deshalb soll am 30. Juni – einen Tag vor dem 175. jährigen Jubiläum der Leipziger Mission – zu einem Diasporaworkshop eingeladen werden, um mit Vertretern aus Missionswerken, dem MLB, der EKD, Landeskirchen, Hauptgruppen und Interessierten zu einer theologischen Standortbestimmung zu gelangen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Arbeit der Diaspora- und Missionswerke sollen beleuchtet werden. Die Theologischen Fakultät Leipzig unter Federführung von Prof. Fitschen lädt dazu ein. Die Ergebnisse dieser Tagung sollen veröffentlicht werden und zur Weiterarbeit in Landeskirchen und Hauptgruppen eingeladen werden.
Das hat der Vorstand des GAW auf der letzten Sitzung beschlossen. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 18. Januar 2011

Gelingt in Schaumburg-Lippe ein GAW Neuanfang?

Im vergangenen Jahr ist es gelungen in der Braunschweigischen Landeskirche eine neue Hauptgruppe des GAW zu gründen. Der Neuanfang ist geschafft und wir hoffen und beten, daß die Engagierten einen langen Atem für die Diasporaarbeit haben, denn es ist nicht leicht sich für Evangelische in Minderheitensituationen einzusetzen und ihnen Gehör zu verschaffen und um Solidarität zu werben.
Solidarität aber brauchen unsere Partner. Das spüren wir gerade in Notsituationen wie im vergangenen Jahr in Chile nach dem großen Beben oder jetzt wieder in Brasilien bei den straken Regenfällen und den Überflutungen. Unsere Partner sind immer mit hineingezogen in die Herausforderungen ihrer Gesellschaften.
Wir können nur effektiv helfen, wenn wir auch in Deutschland die Diaspoarhilfe auf breite Schultern verteilen. Nur dann kann effektiv geholfen werden. Deshalb sind wir auf Engagierte in allen Landeskirchen angewiesen. Dankbar sind wir deshalb für die Braunschweiger Gruppe.
Jetzt konnte mit Landesbischof Dr. Manzke in Bückeburg/Schaumburg-Lippe ein Gespräch geführt werden, um herauszufinden, wie das GAW in dieser kleinen Landeskirche verortet werden kann. Eine über 140jährige Geschichte gab es hier. Es besteht eine große Offenheit, neue Wege zu gehen. Da wollen wir als Gesamtwerk gerne mithelfen zum Wohle unserer Schwestern und Brüder in der Diaspora. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 14. Januar 2011

Überschwemmungen und Regenfälle in Brasilien

Nuevo Friburgo in Brasilien;
der rote Punkt kennzeichnet die Kirche
Brasilien wird von einer der schwersten Naturkatastrophen seiner Geschichte erschüttert. Unmittelbar betroffen sind auch Gemeinden und ihre Mitglieder in der Südost-Synode um Rio de Janeiro unserer lutherischen Partnerkirche in Brasilien (IECLB). Nach sintflutartigen Regenfällen stieg die offizielle Totenzahl durch Überschwemmungen und Erdrutsche auf über 500. In der betroffenen Bergregion Serrana nördlich von Rio de Janeiro suchten Rettungskräfte am Freitag verzweifelt nach Überlebenden. Anhaltender Regen und verschüttete Straßen erschwerten aber die Suche. Die Behörden befürchten noch viele weitere Opfer.
„Die Südost-Synode der IECLB organisiert mit anderen Organisationen Solidaritätsinitiativen“, berichtet Pfarrer Martin Volkmann von der OGA (Obra Gustavo Adolfo). Noch ist nicht ersichtlich, inwiefern wir als GAW Hilfe leisten können. Martin Volkmann ist dabei, sich ein Bild gemeinsam mit der Kirchenleitung zu machen, um uns dann konkret informieren zu können.
Auf dem Foto ist die Kirche in Nuevo Friburgo zu sehen, die von den Wassermassen umschlossen ist. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 12. Januar 2011

Lärm in der Zentrale

"Können Sie nicht den Lärm abstellen?" fragte mich heute eine Mitarbeiterin, die verständlich unter dem Baulärm aus der oberen Etage der Zentrale des GAW leidet. Zur Zeit legt der Elektriker die Leitungen und muß Wände auffreesen. Das ist eine Geduldsprobe für die Nerven...
Der Umbau der Zentrale ist in vollem Gange! Ab Mitte März soll dann die neue Dienstwohnung für den Generalsekretär bezogen werden können. Deshalb wird es in Zukunft nicht mehr 13, sondern sieben Gästezimmer geben. Das ist ausreichend für unseren Bedarf. Wir hoffen, daß wir uns durch verschiedene Maßnahmen konzentrierter um unseren Auftrag für die Diaspora kümmern können. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 11. Januar 2011

Homepage wird überarbeitet

Endlich ist es soweit: Unsere GAW-Homepage wird überarbeitet! 10 Jahre ist sie alt. Und inzwischen ist es dringend geboten, hier etwas zu tun. Dank einer Initiative der Hauptgruppe Sachsen konnte in einer solidarischen Aktion die Gemeinschaft der Hauptgruppen des GAW aktiviert werden, um bis Mai eine aktuelle Version vorliegen zu haben. So soll die Homepgae des Diaspoarwerkes der EKD ein moderneres Outfit bekommen.
Auch die Seiten der Hauptgruppen deren Layout der aktuellen Version ähnelt, werden einbezogen werden in die Neukonzeption. Zudem wird es in Zukunft leichter sein, Texte, Bilder etc. in die Seite redaktionell einzupflegen. das entlastet die Mitarbeiter in der Zentrale.
Den beteiligten Hauptgruppen danken wir sehr! - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 8. Januar 2011

Evangelisch in Polen / Hinterpommern

Pfarrer J. Stascscak aus Köslin
Seit 13 Jahren ist Pfarrer Janusz Staszczak in Köslin/Koszalin (Polen) tätig. Wenige Jahre vorher hatte das Konsistorium der Evangelischen Kirche A.B. beschlossen, in Köslin den evangelischen Christen eine Zukunftsperspektive zu geben. Das gelang auch dank der jahrelangen Hilfe des GAW. Inzwischen ist ein Gemeindezentrum entstanden, das der Gemeinde wirklich schützende Mauern gibt und auch ein ökonomisches Fundament ermöglicht, um aus eigenen Kräften Gemeinde zu bauen.
Pfarrer Staszczak erzählte auf der Tagung der norddeutschen Hauptgruppen in Stralsund lebendig und anschaulich von der Situation der Evangelischen in Hinterpommern.
Kontrovers wurden Fragen der Frauenordination diskutiert nach der Synodentagung im vergangenen Oktober.
Bemerkenswert war ein Satz des Pfarrers, der sicherlich für viele postkommunistische Länder gilt: „Durch die Zeit der kommunistischen Diktatur waren wir, was Denken, Fühlen und Handeln anbelangt, wie in einem Kühlschrank eingefroren. So konnten sich viele Fragestellungen, Themen, ethische Herausforderungen nicht weiter entwickeln.“ – Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 7. Januar 2011

Nordgruppentagung des GAW in Stralsund

Die norddeutsche Hauptgruppe des Gustav-Adolf-Werkes treffen sich vom 7.-9. Januar in Stralsund zu ihrer Jahrestagung. Unter dem Thema „Pommern lädt ein“ wird über das Leben in der Pommerschen Evangelischen Kirche informiert. Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit wird einen Vortrag zum Wirken von Dietrich Bonhoeffer in Pommern halten. Zwischen der Evangelischen Kirche in Pommern und der Evangelischen Kirche A.B. in Polen gibt es enge Verbindungen. So kommt aus Köslin/Koszalin Pfr. Janusz Staszczak und informiert über evangelisches Leben in der Diözese Pommern-Großpolen. Der Ausbau des Gemeindezentrums in Koszalin wurde in den vergangenen Jahren sehr vom GAW unterstützt. Die Tagung endet am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Lutherkirche in Stralsund, in der der Generalsekretär die Predigt halten wird.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Nachricht aus Griechenland

Seit 2010 arbeit Pfarrer René Lammer in der deutschsprachigen Auslandsgemeinde inAthen/Griechenland. In Deustchland haben wir die Wirtschaftskrise und den harten Sparkurs der griechischen Regierung intensiv verfolgt und damit einhergehenden politischen Spannungen. Zudem wird immer bewußter, wieviele Menschen über Griechenland nach Europa illegal einwandern. Pfarrer Lammer, der insgesamt 14 Jahre in Lateinamerika gearbeitet hat, schreibt uns:
"Manches erinnert durchaus an Santiago zu unserer Zeit. Ausnahmezustand und dann doch wieder über weite Strecken Normalität, dass man sich fragt: Na und? Die Griechen sitzen nach wie vor gerne in den Cafés und plaudern ohne Unterbrechung, und andererseits geht dann wieder vor lauter Streiks und Blockaden gar nichts mehr und alle werden mehr als kribbelig. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Lage hier immer weiter eskaliert und schließlich und endlich auch bürgerkriegsartige Zustände erreicht werden. Und genauso natürlich, dass davor autoritär durchgegriffen wird, mit allem, was dazu gehört. Griechenland ist ja auch in dieser Beziehung Schwellenland, mit langer Partisanen-, Kommunisten- und Militärregierungstradition. Wenn man dazu noch die immensen Probleme durch die illegale Einwanderung wahrnimmt (90% der Immigranten in Europa kommen mittlerweile über Griechenland) lässt sich erahnen, wie viel Sprengstoff hier vorhanden ist. Die Zustände von Bettlern auf den Straßen, Müll der nicht abgeholt wird und sich türmt etc. erinnern wirklich sehr an ein Entwicklungsland. - Aber natürlich kann sich die ganze Spannung auch wieder langsam und allmählich auflösen. Ein paar Zugeständnisse beim Schuldenabbau, Migration der Griechen nach Nord- und Westeuropa und alles läuft auf einem niedrigen Level weiter. Letztlich ist das ja das wahrscheinliche Szenarium. In jedem Fall erleben die stolzen Griechen diese Situation als sehr kränkend."

Dienstag, 4. Januar 2011

Lettisch und lutherisch in Caracas/Venezuela

Kirche "La Reforma" in Caracas im
Gemeindezentrum "La Resurrección"
In Caracas gibt es in dem Gemeindezentrum „La Resurreción“ auch eine kleine lettische Gemeinde, die nicht in die IELV (Lutherische Kirche in Venezuela) integriert ist. Dazu schreibt Akos von Puky, ungarischstämmiger Pfarrer und ehemaliger Kirchenpräsident der IELV: „Die hiesige kleine lettische Gemeinde hat die gleiche Einstellung theologisch, wie die Lutherische Kirche in Lettland. Sie ist auch nie der IELV beigetreten. Seit Jahren halte ich für sie hin und wieder: Ostern, Weihnachten, Nationaltag (18.11) Gottesdienste, Beerdigungen, usw, aber nie mit Abendmahl. Sie behaupteten immer, dass das nur mit einem lettischen Pfarrer ginge. Jetzt baten sie mich zum ersten Mal um eine Abendmahlsfeier am Heiligen Abend. Ich tat es mit Freude. Beim gut besuchten (über 60 Personen) Gottesdienst nahmen 42 am Abendmahl teil (noch immer kniend). Siehe da: es gibt noch Hoffnung! Über die Hälfte leben in 3. Generation in Venezuela. Diese Gottesdienste sind in Spanisch mit Ausnahme der kurzen liturgischen Formeln die ich in Lettisch lese. Lieder, Lesung (Laie), Credo und Vaterunser sind auch in lettisch.“

Montag, 3. Januar 2011

Sprach- und Fortbildungskurs für Lehramtskandidaten aus Brasilien hat begonnen

Viele Schülerinnen und Schüler in Brasilien können nur mit finanzieller Beihilfe eine Ausbildung machen. Die Schulstipendienaktion des Gustav-Adolf-Werkes gibt evangelischen Schülerinnen und Schülern allgemeinbildender höherer Schulen die Möglichkeit, ihre Ausbil-dung fortzusetzen. Einige von ihnen werden später als Lehrerinnen/Lehrer, Pfar-rerinnen/Pfarrer, Katechetinnen/Katecheten oder in der diakonischen Arbeit im Dienst ihrer Kirche stehen.
Seit vielen Jahren bekommt eine kleine Gruppe der Studierenden in Ivoti u.a. durch das GAW die Gelegenheit zu einem Besuch in Deutschland. In Leipzig nehmen sie teil an einem Deutschkurs des interDaF, in den neuen Bundesländern lernen sie Gastfamilien kennen, in Berlin genießen sie Hauptstadtflair und anschließend erkunden sie noch eine Woche die Spuren ihrer Vorfahren.
Am 2. Januar sind sie in Leipzig angekommen und wurden von den Mitarbeitern des GAW begrüßt. Sie wohnen teilweise in der Zentrale des GAW und im Missionshaus. - Pfarrer Enno Haaks