Sonntag, 31. Oktober 2010

Reformationstag in Buße begehen


Pfarrer Martin Junge, LWB

„Wir erkennen an, dass die Reformation nicht allein uns gehört: die Kirche bedarf kontinuierlich und zu jeder Zeit – auch in unserer – der Reformation. Und wir wollen uns weiterhin mit den schmerzvollen Spaltungen der Christenheit befassen; auch mit denen, die auf die Reformationszeit zurückgehen“, schreibt Pfarrer Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes. „Überlegen Sie, wie der Geist der Buße aus dem Reformationstag heraus Ihre eigene Kirche ansprechen kann – denn wo wir so beten und Buße tun, da erschliesst sich ein zentraler Sinngehalt der Reformation für unsere Zeit“, schließt Junge.
Diesen Geist der Buße brauchen wir in unseren Kirchen, die aus der Tradition der Reformationszeit herkommen, um trennende Mauern zu überwinden, um versöhnend in Kirchen zu wirken, wo es Spannungen gibt aus unterschiedlichen Motiven. Der Reformationstag ist ein symbolischer Tag, der uns vor Augen führt, mit welchen Christen in der Welt wir miteinander im Glauben verbunden sind. - Pfarrer Enno Haaks

Reformationskollekte in Sachsen für das GAW

Reformationstag in der Bethanienkirche
mit einem Lutherzwerg
Die Sächsische Landeskirche sammelt am Reformationstag traditionell für das Gustav-Adolf-Werk. Damit stärkt sie auf wunderbare Weise unser Diasporawerk, um Gutes tun zu können an den Glaubensgeschwistern in Ländern, die als religiöse Minderheitskirchen leben und arbeiten. Es wäre wunderbar, gäbe es an diesem Tag eine bundesweite Kollekte für unser Werk und der Reformationstag DER Diasporatag in Deutschland wäre. Unsere Kirchen in Deutschland brauchen diesen Blick auf Minderheitenkirchen, um den Blick und den eigenen Glauben zu weiten.
Am Reformationstag war ich eingeladen, den Gottesdienst in der Leipziger Bethanienkirche mitzufeiern und für die GAW-Kollekte zu werben. In dieser Gemeinde hat inzwischen auch ein brasilianischer Stipendiat des GAW seine geistliche Heimat gefunden und ist dort freundlich aufgenommen worden. Die Kollekte war dann auch für ein Projekt der lutherischen Kirche in Brasilien bestimmt. - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 30. Oktober 2010

Lutherzwerge überall

Lutherzwerg in Leipzig
Lutherzwerge überall – diesen Eindruck hatte man auf dem Wittenberger Marktplatz vor einiger Zeit. Rote, grüne, blaue und schwarze Nachbildungen des Lutherdenkmals auf dem Marktplatz standen in Reih und Glied. Jetzt ist einer bei mir. Am gestrigen Abend wurde mir ein "Lutherzwerg" angeliefert. Eine Lehrerin eines Gymnasiums brachte ihn bei mir vorbei, damit wir ihn morgen im Reformationsgottesdienst in der Bethanienkirche in Schleußig/Leipzig nutzen können. Spannend fand ich, wo dieser geliehene Luther inzwischen überall war: In zahlreichen Schulen nutzten Geschichts- und ReligionslehrerInnen ihn, um von Luther, seiner Zeit, seinem Anliegen und den Auswirkungen bis heute erzählen zu können.
Kritische Diskussionen hatte die Kunstaktion im Rahmen der „Lutherdekade 2017“ ausgelöst. Scharfe Gegner gab es, die sagten, man solle Luther nicht verkitschen, sondern sich mit ihm und seinen Reformanstößen ernsthaft beschäftigen. Wie man auch zu den Figuren steht: Geschadet hat die Debatte Luther, der evangelischen Kirche und dem Grund »welcher ist Jesus Christus« nicht. Gerade dann nicht, wenn man ihn jetzt an vielen Orten aufstellen kann, mit ihm und seinen Ideen anschaulich arbeiten kann. Insofern: Luther kommt unter die Leute! – Pfarrer Enno Haaks

Ein link aus dem "Sonntag" (kirchliche Wochenzeitung in Sachsen):

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Ander Länder, andere Sitten, andere Traditionen...

Sebastian Piñera beim
Bundespräsidenten
Da hat sich der neue Präsident Chiles Sebastian Piñera etwas geleistet: Nach dem Besuch beim Bundespräsidenten Wulf schrieb er ins Gästebuch die ersten vier Worte der deutschen Nationalhymne - allerdings der ersten Strophe. In der Schule "Verbo Divino", von deutschen Padres gegründet, hatte er zu Schulzeiten die Hymne mit dieser Strophe gelernt, nicht wissend, daß sie in Deutschland nicht mehr gesungen wird. Eigentlich wollte er sich bedanken für die Erdbebenhilfe, die aus Deutschland kam und für die technische Hilfe bei der Rettung der 33 Minenarbeiter. Jetzt entschuldigte er sich offiziell beim Bundespräsidenten.
Andere Länder, andere Kulturen, andere Geschichten, andere Kodizes... - es ist manchmal nicht einfach, miteinander zu kommunizieren, wenn man die Geschichte, die Traditionen und unterschiedlichen Prägung nicht kennt. Wie leicht kommt es zu Mißverständnissen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Dessen muß man sich immer wieder bewußt machen - und Demut lernen... - Im GAW kann man das reichlich lernen mit unseren Partnern. - Pfarrer Enno Haaks

Sonntag, 24. Oktober 2010

Ende der AGDE-Konsultation in Sao Leopoldo

Dr. Hüffmeier (r.) ehrt
 Rui Bernhard (l.) und Rolf Droste (m.)

Die AGDE-Konsultation in Sao Leopoldo endete mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kapelle des Diakonissenmutterhauses. Dr. Hüffmeier hielt die Predigt. Die Kollekte war bestimmt für ein Kinderheim in Rumänien  aus dem PK 2010. 260 Euro wurden gesammelt. Nach dem Segen wurde Rolf Droste und Rui Bernhard als Ausdruck des Dankes für den Einsatz für die OGA mit dem Bernsteinkreuz des GAW ausgezeichnet. Beide geben am Ende des Jahres ihre Ämter an Osmar Luis Witt und Martin Volkmann ab.
Beim anschließenden Besuch der neuen OGA-Zentrale am Fuße des Spiegelberges überreichte Dr. Hüffmeier der OGA zu ihrem Jubiläum einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro. - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 23. Oktober 2010

Wiedersehen mit ehemaligen Stipendiaten

Der Präsident Dr. Hüffmeier mit
ehemaligen Stipendiaten des GAW
Im Gebäude der Theologischen Hochschule der Brasilianischen Lutherischen Kirche (EST) gab es ein Wiedersehen mit ehemaligen Stipendiaten des GAW. In diesem Jahr kehrten Renato und Rodrigo nach Brasilien zurück. 
In der AGDE-Delegation sind ebenfalls zwei ehemalige Stipendiaten. Spontan stellten sie sich zum Foto dazu: Bischof László Fazekas, Reformierte Christliche Kirche in der Slowakei und Dekan Josif Ötvös, Präsident des GAW-Rumänien.
Die Stipendienarbeit hat neben der theologischen Qualifizierung auch die Aufgabe, die Beziehungen in unsere Partnerkrichen zu vertiefen. Die Begegnung in der EST war dafür ein lebendiges Zeugnis. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 22. Oktober 2010

100 Jahre OGA - Gustav Adolf Werk in Brasilien

Der OGA-GAW Baum im Garten der
Theologischen Hochschule EST
Seit 100 Jahren gibt es ein eigenständiges Gustav Adolf Werk in Brasilien, die OGA (Obra Gustavo Adolfo). Im Jahre 1910 war das ein wichtiger Anstoß zur Festigung der sich entwickelnden IECLB. Sie war kirchenstiftend.
Am 22. Oktober pflanzten der Präsident der OGA-Brasilien Rolf Droste und der Präsident des GAW Deutschland Dr. Wilhelm Hüffmeier gemeinsam einen Baum auf dem Gelände der theologischen Fakultät EST der IECLB. Zahlreiche Theologiestudenten waren dabei, darunter auch zwei ehemalige Stipendiaten des GAW in Leipzig. Mit Hilfe der Patenschaft soll ein symbolischer Anstoß gegeben werden, daß sich in der OGA junge Theologen engagieren und helfen, an dem diesem segenspendenden Werk mitzuwirken. Gott möge beiden Werken Kraft zum segensreichen Wachsen geben - wie auch diesem Baum, den das GAW gestiftet hat. - Pfarrer Enno Haaks

Pfarrdienst in Amazonien

Mauri und Roseli Magedanz
Pfarrer Mauri Magedanz lebt und arbeit mit seiner Frau Roseli seit 10 Jahren in dem Gebiet der "Sínodo da Amazonia". Ursprünglich wollten sie nur für ein Jahr in die Region kommen. Ein Großteil der Gemeindeglieder der verschiedensten Gemeinden sind pommerischer Abstammung. Seit 2006 ist Mauri zudem Synodalpfarrer, d.h. seine Gemeinden sind verstreut auf einem Gebiet das 30% Brasiliens umfasst. Das Leben ist hart im Norden Brasiliens. Wenige Pfarrer wollen hier Dienst tun. Roseli arbeitet ebenfalls. Sie ist bei einer katholischen Nichtregierungsorganisation angestellt, die den einfachen Bauern hilft, das Land ökologisch und nachhaltig zu bearbeiten. Und das ist dringend nötig, denn die Rodungen und Monokulturen haben das Land ausgelaugt. Roseli mit ihren Fähigkeiten als Agraringenieurin ist hier genau richtig. 90% der Gemeindeglieder sind auf diese Hilfe angewiesen, um nicht abzuwandern, sondern von ihrem Land und ihrer Hände Arbeit zu leben.
GAW-Präsident Dr. Hüffmeier war mit einer Gruppe in dem Synodalbezirk von Mauri Magendanz und hat zahlreiche von uns geförderte Projekte besucht. Mauri sagte danach: "Wir waren so froh, daß sie bei uns waren! Sie haben unser Sorgen gesehen und davon gehört! Das tun nicht viele!" - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Konzilseröffnung der IECLB

"Frieden in Gottes Schöpfung" -
 Leitwort des Konzils
Mit den Berichten des Kirchenpräsidenten Dr. Altmann und des Generalsekretärs Nestor Friedrich und der anschließenden Aussprache begann der erste Arbeitstag des 27. Konzils der IECLB. 
Vor 13 Jahren gab es eine große Strukturreform der IECLB, die geschuldet war besonders der Arbeit in den Neusiedlungsgebieten. Aus vier Distrikten wurden 13 Synoden. In Porto Alegre wurde die Kirchenleitung installiert mit dem Kirchenpräsidenten, dem Generalsekretär und dem juristischen Leiter des Amtes. Dass solche Reformen einen langen Atem brauchen ist klar. Und im Grunde ist der Prozess dieser Strukturreform noch nicht abgeschlossen. Daneben gibt es im Blick auf verschiedene Frömmigkeitsformen noch großen Gesprächsbedarf. Die parallel existierenden drei Ausbildungsstätten stehen für diese Herausforderungen. Wie kann man sie aufeinander im Dialog beziehen oder wieder in Sao Leopoldo vereinen? Braucht die IECLB drei solcher Einrichtungen? Das sind alles keine einfachen Fragen. Zudem wird in den kommenden Jahren die Stärkung der Kirche nach Innen sehr wichtig sein, die pastorale Begleitung der Gemeinden und der Synoden, um zu einer Identität zu finden, die tragbar für alle ist und einladend für viele in Brasilien!
So wird man dann auch dem leitwort dieser Synode und des kommenden Jahres gerecht: Frieden in Gottes Schöpfung - und die umschließt den Frieden in der Kirche ebenso. - Pfarrer Enno Haaks

XXVII Konzil der IECLB eröffnet

Dr. Walter Altmann
Mit einem feierlichen Gottesdienst unter großer Beteiligung wurde am 20. Oktober das 27. Konzil der IECLB in der Missionsgemeinde in Foz de Iguazu eröffnet. Kirchenpräsident Dr. Walter Altmann blickte zunächst in seiner Predigt dankbar auf seine Amtszeit zurück und bezog sich auf 1. Thess 5: "Seid dankbar in allen Dingen". Gleichzeitig mahnte er, sein Leben und eben auch die Geschicke der IECLB im Gebet, Gott anzuvertrauen bei allen Änderungen, Bewegungen in der Kirche. "Nichts von dem, was uns widerfahren ist oder noch geschehen kann, liegt weder jetzt noch zukünftig ausserhalb des Bereiches der Gnade Gottes." - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Die Missionsgemeinde in Foz de Iguazu

Missionskirche in Foz de Iguazu
Der Anfang war schwer! In der lutherischen Gemeinde in Foz de Iguazu war es zu Schwierigkeiten gekommen. Einige Familien wollten so nicht mehr weitermachen und machten eine neue Gemeinde auf: die Missionsgemeinde. Zunächst feierten sie die Gottesdienste in den Häusern der Familien. Dann endlich bekamen sie ein Grundstück mit einer alten Hütte, die sie zurechtmachten. So ging es einige Jahre. Inzwischen gab es wieder einen Prozess der Annäherung zu der anderen Gemeinde. Aber es sollte weiterhin die Gemeinde bestehen bleiben. Man entschied sich, jetzt richtig weiterzumachen. Neue Familien kamen dazu. Man brauchte eine Kirche!
Mit Hilfe des Verkaufs des alten Grundstücks und einer Hilfe des GAW von 9.500 Euro konnte der Kirchbau gewagt werden. Das gelang aber nur mit viel Eigenleistung. Im Jahre 2008 konnte eine schmucke Kirche eingeweiht werden. Im Rahmen unseres Besuches konnten wir einen wunderschönen Kirchbau anschauen und mit der Gemeinde auf brasilianische Weise ein Fest feiern. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 19. Oktober 2010

AGDE-Konfereznteilnehmer in Foz eingetroffen

AGDE-Gruppe
Alle Teilnehmer der AGDE-Konsultationsgruppe (Arbeitgemeinschaft der Diasporawerke in Europa und Brasilien) ist in Foz de Iguazu/Brasilien eingetroffen, um an dem Konzil der IECLB zwei Tage teilzunehmen. Nach den intensiven Projektbesuchen in verschiedenen Gruppen wurde jetzt die Zeit genutzt, das größte Wasserkraftwerk der Welt und die Wasserfälle im Dreiländereck kennenzulernen. Zudem findet vor der Eröffnung eine Gemeindebegegnung mit einer Gemeinde der IECLB in Foz statt, die vom GAW mit 9.000 Euro gefördert wurde zum Bau eines Gemeindesaales. Insgesamt gibt es drei Gemeinden in der Stadt. - Pfarrer Enno Haaks

Begrüßung der Reisegruppe des GAW Württemberg in Brasilien

Ulrich Hirsch, Gisela Mohr, Rui Bernhard
Die Hauptgruppe des GAW Württemberg unter Leitung von ihrem Geschäftsführer Ulrich Hirsch und der Leiterin der Frauenarbeit des GAW in Württemberg, Gisela Mohr, starteten am 18. Oktober ihre dreiwöchige Brasilien-Chile-Reise. Pfarrer Rui Bernhard, Generalsekretär der OGA der IECLB begrüßte sie mit Generalsekretär Pfarrer Enno Haaks bei ihrer Ankunft in Porto Alegre. Der Besuch beginnt zunächst in Sao Leopoldo, dem Kirchenzentrum der IECLB. Projektbesuche sind ein Schwerpunkt der Reise. So wird in Novo Hamburgo ein Projekt besucht, in dem Freiwillige mitarbeiten, die über das GAW-Württemberg nach Brasilien gekommen sind. - Pfarrer Enno Haaks

Montag, 18. Oktober 2010

Generationenwechsel in der IECLB

In den kommenden Tagen beginnt das Konzil der IECLB. Ca. 100 Delegierte aus ganz Brasilien werden sich in Foz de Iguazu treffen, um über den weiteren Weg der Kirche zu entscheiden. Zur Debatte steht u.a. das viergliedrige Amt, das die IECLB eingeführt hatte. Wird es in modifizierter Form weitergehen? Und: Wer wird der neue Kirchenpräsident? Dr. Altmann hat durch sein internationales Engagement der IECLB eine wichtige Stimme im LWB und im ÖRK gegeben. Wer wird seine Nachfolge antreten und dann auch notwendige Reformen innerhalb der IECLB voranbringen? Es wird einen Generationenwechsel geben. Vier Kandidaten werden im Vorfeld genannt. Am kommenden Samstag ist die Wahl. 
Die AGDE-Gruppe, die sich zur Zeit in Brasilien aufhält, wird an zwei tagen am Konzil teilnehmen, ehe dann ab Freitag die Konsultation der Arbeitsgemeinschaft der Diasporawerke ihre Beratungen in Sao Leopoldo aufnehmen wird. Auch hier wird es um Fragen der zukünftigen nachhaltigen Arbeit der AGDE gehen. Am kommenden Sonntag endet dann auch diese Arbeitstagung.
Paralell dazu beginnt dann eine Reisegruppe der Hauptgruppe des GAW aus Württemberg ihre Brasilien-Chile-Reise. - Pfarrer Enno Haaks

Sonntag, 17. Oktober 2010

Die Gemeinde in Feitoria

Die lutherische Kirche in Feitoria
Seit 25 Jahren gibt es die Gemeinde in Feitoria, einem Vorort von Sao Leopoldo. Mit einem großen Festgottesdienst mit anschließendem Gemeindefest, Churasco und Tanz wurde dieses Jubiläum gefeiert. Der große Gemeindesaal, der später zu einem Tanzsaal sich wandelte, war sehr gut gefüllt. Die ehemaligen Pfarrer waren gekommen und genossen diesen Tag, der zeigt, daß eine kleine Missionsgemeinde helfen kann, in der Gesellschaft anzukommen. Auch wenn viele Gemeindeglieder einen deutsch-brasilianischen Hintergrund haben, waren viele Nachbarn mit anderem Hintergrund gekommen. Inzwischen gehören ca. 180 Menschen zur Gemeinde.
Es nicht leicht für die IECLB in einem Land, in dem es viele religiöse Angebote gibt, eine klare lutherische Identität zu leben.  Die Kirche versucht, ihre Identität zu wahren und offen zu sein für ihren Kontext. Das wird noch viel Zeit und Geduld brauchen. Bewundernswert ist in vielen Gemeinden häufig ein hohes diakonisches Engagement. Das braucht es auch in einem Land mit großen sozialen Kontrasten. - Pfarrer Enno Haaks

Theologische Ausbildung in der IECLB

Die EST in Sao Leopoldo
Seit 1946 gibt es die theologische Ausbildungsstätte EST der IECLB in Brasilien in Sao Leopoldo. 50 Jahre war es das einzige Ausbildungszentrum. Lange konzentrierte sich die Ausbildung auf den Pfarrernachwuchs.      Unser Präsident Dr. Hüffmeier war hier einige Jahre Professor. 
Die Synode der IECLB hatte durch eine Synodenentscheidung Ende der 90er Jahre dann ein mehrgliedrigeres Amtsverständnis gefordert, auf das die EST reagieren mußte. So wurden auch mit staatlicher Anerkennung neben Pfarrern jetzt auch Katecheten, Diakone und Missionare ausgebildet. Nur - in den Gemeinden fanden sie oft keine Anstellung, so daß dieser neue Ausbildungsweg in die Krise geriet. Es gab kaum noch Studenten. Die Ausbildung aufrecht zu erhalten wurde zu teuer. Jetzt soll neu darüber nachgedacht werden, wie die Ämter aufeinander bezogen werden sollen.
Zudem hat die EST in Sao Leopoldo ein weiteres strukturelles Problem: durch bestimmte religiöse Bewegungen entstanden zwei weitere Ausbildungsstätten mit anderen theologischen Ausrichtungen. Die IECLB ließ dies zu, um letztlich einer Spaltung in der Kirche zuvorzukommen. Nur - alle drei Ausbildungsstätten haben eigentlich nicht genügend Studenten, um selbständig überleben zu können. Das macht es sehr schwierig!
In der EST studieren z.Zt. 126 StudentInnen, die sich teilweise hoch verschulden müssen, um ihr Studium zu finanzieren. Das macht es zusätzlich schwierig, guten Theologennachwuchs zu bekommen. Außerdem fehlt es wie in vielen lutherischen Ländern auch hier an Theologennachwuchs.
Es gibt viele Überlegungen, um sich von Seiten der EST auch für andere Ausbildungsrichtungen zu öffnen, wie z.B. technischen Berufen. In diese Richtung zielt eine musiktherapeutische Ausbildung.
Aus der EST kamen immer wieder Stipendiaten nach Leipzig. Auch wurden bauliche Maßnahmen durchs GAW unterstützt. Wir haben großes Interesse daran, eine gute theologische Ausbildung, wie sie hier stattfindet, zu stärken. - Pfarrer Enno Haaks

Passo dos Ferreiros - Gemeindehaus vom GAW gefördert

Gemeindesaal in Passo dos Ferreiros
In der Nähe von Porto Alegre liegt der kleine Ort Passo dos Ferreiros. Inzwischen hat der Ort keinen Pfarrer mehr und wird von der nahe gelegenen Stadt mit versorgt. Die Gemeinde ist klein. Hauptächlich lebt man hier von der Landwirtschaft. Das ist nicht einfach! - Wachsen wird diese Gemeinde in Zukunft wohl nicht mehr. Was kann man tun, um in so einer Situation wahrgenommen zu werden? Wie kommt man an die Menschen der Umgebung heran?
Gemeinsam mit dem Synodalrat wurde geplant und so entstand die Idee, ein Gemeindehaus in einfacher Weise zu bauen, in der die gesamte kommunale Gemeinde sich treffen kann für Feste oder ähnliche Aktivitäten, um so dann auch auf die Gemeinde aufmerksam zu machen.
Das GAW hat dieses Projekt vor wenigen Jahren gefördert und hofft, daß die Gemeinde sich dadurch stabilisiert. Mit der Gemeindepräsidentin konnte ich mich übrigens gut verständigen: Sie sprach einen hunsrücker Platt... - Pfarrer Enno Haaks

Leopoldi und die Landlosenbewegung

Leopoldi auf seinem Stück Land
Leopoldi lebt in sechster Generation in Brasilien. Er spricht gut Deutsch. Er war einer von fünf Geschwistern. 500 km nördlich von Sao Leopoldo bewirtschaftete er den an ihn vererbten kleinen Hof der Eltern. Das ging lange Zeit gut, bis dann wirtschaftliche Entwicklungen und auch das Studium der Kinder es unmöglich machten, von dem Hof zu leben. Irgendwann verkaufte er alles und zog in die Stadt. Als einer seiner Söhne sich der Landlosenbewegung anschloß, folgte er ein Jahr später. Nach zweijähriger Wartezeit bekam er, sein Sohn und seine Tochter in einer Verlosung schließlich Land zugewiesen. So wurde er zum Reisbauern. Die ersten Jahre waren sehr hart, um das Land urbar zu machen. Er selbst sagt, daß die Agrarreform der Regierung nicht gut durchdacht war, denn es fehlten vor allem Maschinen, um wirtschaftlich das Land zu bearbeiten. Nur mit viel Ausdauer gelang es ihm, langsam sich von diesem beschwerlichen Land Erde ernähren zu können. 
Der LWB unterstützt das diakonische Programm der IECLB, das den Landlosen hilft. - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 16. Oktober 2010

Stipendienprogramm für angehende Lehrerinnen

Lehrerstipendiatinnen des GAW
Evangelische Schule haben in Brasilien eine lange Tradition. Nach der Einwanderung entstanden Schulen häufig noch vor Kirchengemeinden. In Ivotí nahe Porto Alegres findet man ein wunderbares Besipiel, wie Kirche und Schule miteinander arbeitet. Zudem ist die Schule eine Ort, wo neue Lehrer ausgebildet werden. Insgesamt erhalten ca. 20 % der Schüler ein volles Stipendium. So wird der soziale Aspekt in die Schule integriert. Zudem ist an die Schule eine Lehrerausbildung angeschlossen. In der Vergangenheit kamen über das von uns geförderte IFPLA-Programm Studentinnen zum Deutschlernen nach Leipzig. Zudem wird vom GAW für angehende Lehrerinnen ein Stipendium vergeben, die sich die teure Ausbildung sonst nicht leisten könnten. Mit ihnen trafen wir uns im Oktober in der Schule in Ivotí. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 15. Oktober 2010

Besuch in der OGA - Sao Leopoldo/Brasilien

Die Zentrale der OGA in Sao Leopoldo
Ab heute und in den kommenden Tagen werden wir die OGA (Obra Gustav Adolfo) in Sao Leopoldo besuchen, um die intensiven Kontakte und die guten Beziehung weiter auszubauen. Seit 100 Jahren existiert in Brasilien unser Partnerwerk. In Anlehnung an das deutsche GAW wurde hier in Brasilien die Initiative ergriffen, den eigenen armen Gemeinden durch gemeinsame Sammelaktionen bei der Erhaltung von Kirchen und Pfarrhausern zu helfen. In jedem Jahr sammelt die brasilianische Kirche (IECLB) 150.000 Euro. In den kommenden Jahren ist geplant, unsere Kinder- und Jugendgabe mit der OGA gemeinsam zu entwickeln und auszubauen. Die OGA hat in diesem Jahr zum ersten Mal eine derartige Sammlung durchgefuehrt. Zudem wird es ab Januar einen Personalwechsel geben: Pastor Martin Volkmann wird Rui bernhard als Generalsekretär ablösen, Pfarrer Osmar Luis Witt ist für Pfarrer Droste als neuer Präsident der OGA gewählt. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Auf der Suche nach einem Pfarrhaus

Pastor Delgado vor dem Pfarrhausbau
Um die Miete zu sparen, hat sich Pastor Erdwin Delgado bereiterklärt, seine paar Möbel zwischen San Jose de Tin-Tin und Maracaibo in der Indigena-Mission aufzuteilen. Zwischenzeitlich pendelt er zwischen beiden Gemeinden und wohnt bei Freunden oder schläft in einer Hängematte in einem der Gemeindezentren. In Maracaibo wird jetzt eine Pfarrwohnung errichtet. Das macht Sinn, damit auch der Pfarrer einen Rückzugsraum hat. Das ist kein einfaches Leben, das der Pfarrer zur Zeit „aushält“.
Das GAW fördert die Errichtung des Hauses. Der Anfang ist gemacht. In drei Monaten soll es fertig sein. – Pfarrer Enno Haaks

Felipe de Hutten – ein umstrittenes Epitaph in San Miguel in Caracas

Felipe von Hutten wurde von Carlos I (Karl V.) mit einem großen Teil Venezuelas „abgefunden“. Die Familie hatte dem König Geld für die Ausbeutung Lateinamerikas geliehen. Hutten suchte natürlich Geld zurückzubekommen und begann einen einträglichen Sklavenhandel mit Indigenes der Region- u.a. auch mit Guajiras, von denen einige zum Centro Martín Lutero in Maracaibo gehören. Auch in San Jose de Tin-Tin leben Nachfahren dieser Indigena. Viele Indigena starben durch diesen Handel und das nicht zimperliche Vorgehen. Nahe von Tin-Tin wurde Hutten ermordet.
In den 90er Jahren wurde eine Replica dieses Felipe von Hutten in San Miguel angebracht. Wie sehen Mitglieder dieser beiden Gemeinden der IELV dieses Epitaph in einer ihrer „Muttergemeinden“?  Wie wäre es, wenn Mitglieder der Nachfahren der Opfer Huttens mit Mitgliedern der San Miguelgemeinde eine Plakette mit einem vom Geist christlicher Metanoia getragenen Text schreiben und neben das Epitaph hängen?
Ein kleines Beispiel des nicht spannungsfreien Miteinanders innerhalb der IELV. – Pfarrer Enno Haaks

Mission und Diaspora in der IELV (Venezeula)

Die kleine venezolanische lutherische Kirche ist noch nicht alt. In den 80er Jahren wurde sie gegründet. Die Pfarrer der deutschen Gemeinde San Miguel waren anfangs die Pastores Presidentes. Inzwischen wurde vor zwei Jahren Guillermina Chaparro zur Pastora Presidenta gewählt. Auch ein Zeichen, dass die IELV in Venezuela zu Hause ist. Guillermina ist Pastorin in Barinas in einer Gemeinde die sowohl aus der Initiative der San Miguel-Gemeinde wie der finnischen Mission entstanden ist. Selbst kann diese Gemeinde nicht existieren. Es gibt gute Ansätze, indem sie eigene Mittel durch ein Internetcafé und die Vermietung des Pfarrhauses erwirtschaftet. Die Gemeindeglieder kommen allesamt aus armen Verhältnissen und können kaum etwas aufbringen.
Die San Miguelgemeinde, die Ende des 19. Jahrhunderts aus deutschen Einwanderern entstand, hat immer noch genügend eigene Mittel, um das Gemeindeleben zu gestalten. Zudem arbeitet der Pfarrer in der deutschen Schule als Religionslehrer. Dafür erhält die Gemeinde das entsprechende Lehrergehalt. Auch in San Miguel wird es in Zukunft nicht einfacher. In welche Richtung will man wachsen, um nicht immer weniger zu werden?
Und: Wie leben die aus der Missionsarbeit und aus der Einwanderung hervorgegangenen Gemeinden, die so unterschiedlich sind, miteinander Kirche? Soll man zusammenbleiben? Soll man sich trennen, obwohl man auch zusammen so klein ist? Wie versteht die IELV ihre Missionarbeit und wie integriert sie sie in ihre Kirche? Missionskirche oder Diasporakirche – was ist das und kann man das voneinander trennen?  Welchen Weg wird die Kirche einschlagen?
Am Beispiel der venezolanischen Kirche erlebt man ein Stück das spannungsreiche Mit- oder Gegeneinander zwischen Mission und Diaspora. – Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 12. Oktober 2010

Sustentabilidad – nachhaltig Gemeinde bauen…

Internetcafe in der Gemeinde inBarinas 
Wie geht das in einer kleinen Gemeinde in einem Armenviertel in Barinas/Venezuela? Es ist dort wie in so vielen Elendsvierteln der Welt: hohe Arbeitslosigkeit, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, interfamiliäre Gewalt, viele kaputte Familien, wenig Raum für zu viele Menschen. In solch einer Situation eine lutherische Gemeinde zu bauen und sie auf eigene Füße zu stellen, ist nicht leicht. Auch das ist in viele lutherischen Gemeinden in Armenvierteln ähnlich. Der Lutherische Weltbund, der jetzt von Genersalsekretär Martin Junge, der aus Chile stammt, geleitet wird, hat in den letzten Jahren sehr daraufhin gearbeitet, mit den Kirchen nachhaltige Projekte zu entwickeln. Die Kosten der Gemeinde können von den wenigen Mitgliedern nicht aufgebracht werden. Mit Hilfe der Finnischen Lutherischen Mission wurde in Barinas jetzt ein Internetcafé zusammen mit einem Laden für Schulartikel und Telefonzentrum eingerichtet. Kleine Einnahmen werden schon gemacht. Das reicht noch lange nicht. Aber ein Anfang ist in Barinas gemacht. – Pfarrer Enno Haaks

Der Sozialismus ist Hoffnung für die Völker… (?)

Solche Parolen findet man an allen Straßen Venezuelas. Präsident Chavez ist überall präsent. Und er hat vor allen Dingen in den Elendsvierteln einen hohen Zuspruch, denn dort gab es u.a. für die Indigenas spürbare Verbesserungen. Ihre kulturelle Identiät wurde anerkannt. Ihre Sprachen als offizielle Landessprachen konstitutionell festgeschrieben - 30 gibt es davon, dazu kommt natürlich Spanisch und Englisch. 
Der Sozialismus ist Hoffnung für die Völker!
Die Armen haben einen besseren Zugang zum Bildungssystem erhalten und bekommen Unterstützung. Es gibt viele andere positive Ansätze für das, was in vielen Staaten eigentlich normal ist, aber in Venezuela lange vorenthalten wurde. Ohne die Geschichte fortgesetzter Ungerechtigkeiten wäre Chavez bestimmt nicht denkbar gewesen. Parallel gibt es in der Regierung ein großes "desorden", Korruption etc. Es hapert an vielen andern Dingen: eine unkalkulierbare Enteignungspolitik verhindert Investitionen, Straßen werden nicht repariert. Man hat das Empfinden, dass sich das Land nicht weiterentwickelt. Mit Kuba ist Chavez eine enge Verbindung eingegangen. „Wer ist Koch und wer Kellner?“ hieß es vor Kurzem in einem Artikel, um auf diese ambivalente Beziehung hinzuweisen. Für die einen Hoffnung, für die anderen Rückschritt… - Venezuela ist in einer schwierigen Situation. – Pfarrer Enno Haaks  

Montag, 11. Oktober 2010

Was, wenn kein Pfarrer mehr da ist…? – Zwei Gemeinden der IELV

In Maracaibo gibt es ein schönes Gemeindezentrum „San Pablo“ mit Kirche, Pfarrhaus, Küsterwohnung und Gemeindesälen. Aber: Es gibt keinen Pfarrer mehr und vielleicht noch 20 deutschstämmige Gemeindemitglieder. Der venezolanische Pfarrer Erdwin Delgado versuchte, hier neue Gemeindemitglieder aus den nahegelegenen Armenvierteln zu integrieren. Es begann ganz hoffnungsvoll. Dann jedoch fühlten sich die Alteingesessenen nicht mehr wohl und der Pfarrer ging. Seitdem geht es stetig bergab. Inzwischen hat eine presbyteriansiche Gemeinde hier eine Missionsarbeit begonnen. Der Pfarrer dieser Gemeinde leitet jetzt alle 2-3 Monate auch einen lutherischen Gottesdienst. Aber mehr geschieht nicht. - Ähnlich sieht es in Barquisimeto aus: Kein Pfarrer mehr und nur noch ca. 25 Gemeindemitglieder. Hier jedoch sind die Mitglieder, die aus eigener Kraft die Gemeinde am Leben halten und das mit viel bewundernswertem Engagement. Hier wünschte man sich einen Pfarrer, denn die Gemeinde hat sich geöffnet. Nur – es fehlt der „Hirte“, sonst könnte hier etwas Neues beginnen. Von dieser Gemeinde begann vor Jahren eine Missionarbeit in einem armen Außenbezirk – San Jose de Tin-Tin. Hier arbeitet ein Pfarrer. Und hier entwickelt sich langsam eine Gemeinde. Ein hohes sozial-diakonisches Engagement prägt das Gemeindeleben. In beiden Gemeinden in Barquisimeto fördert das GAW Bau- und Renovierungsarbeiten, um beide Gemeinden zu stützen. – Pfarrer Enno Haaks

Die Mission Guaraji in Maracaibo (Venezuela)

Gemeindepraesidentin Ingrid
Ingrid ist die Gemeindepräsidentin der lutherischen Mission „Centro Martín Lutero“ in einem abgelegenen Außenbezirk Maracaibos. Man braucht lange, um dort hinzukommen. Die Straßen sind schlecht, besonders nach Regenfällen. Dieser Missionspunkt entstand aus der Arbeit der Finnischen Mission (MELF) vor gut 25 Jahren. Seit 15 Jahren gibt es die Gemeinde. Ingrid ist von Beginn an dabei. Wie alle hier gehört sie zu einer von 30 Indigenengruppen in Venezuela, den Guajari, die sowohl in Kolumbien, als auch in Venezuela zu Hause sind. Gut 70% von ihnen leben inzwischen in Venezuela, denn in Kolumbien ist die Sicherheitslage schwierig.

Die kleine Missionsgemeinde ist ein Hoffnungsort inmitten dieser Elendssiedlung. 150 Menschen bekommen hier mit Hilfe eines Regierungsprogrammes täglich eine Mahlzeit. Kinder erhalten Hausaufgabenhilfe und Nachhilfeunterricht. Spanisch als auch Guajiri werden in der Gemeinde gepflegt. Die Gottesdienste sind immer zweisprachig. Ingrid ist 43 Jahre alt, lebt getrennt und steht einem Haushalt von 13 Personen vor. Jeder muß zum Lebensunterhalt irgendwie beitragen durch Gelegenheitsjobs oder durch die Anfertigung von Kleinkunstdingen. Dem widmet sich Ingrid. - Das GAW fördert im „Centro Martín Lutero“ den Bau einer Pfarrwohnung. Es fehlt zur Fertigstellung nicht mehr viel. Und dann soll der Pfarrer endlich vor Ort sein. Zur Zeit pendelt er zwischen Barquisimeto und Maracaibo und wohnt dann immer bei Freunden o.ä. Das wird sich in naher Zukunft ändern dank der Hilfe des GAW. – Pfarrer Enno Haaks

Sonntag, 10. Oktober 2010

„La Resurrección“ – der Gemeindeverband der IELV in Caracas

Pastor Gebser vor dem
Gemeindezentrum  La Resurrección
In der venezolanischen Hauptstadt Caracas gibt es seit den 50er Jahren des 20 Jahrhunderts einen Gemeindeverband, der aus fünf Gemeinden besteht: der deutschsprachigen San Miguelgemeinde, der venezolanischen Gemeinde La Reforma, einer ungarischen Gemeinde, einer lettischen Gemeinde und einer skandinavischen Gemeinde. Nach dem 2. Weltkrieg siedelten sie sich in Venezuela an. Der Lutherische Weltbund förderte sehr die Errichtung eines Gemeindezentrums für diesen entstehenden Gemeindeverband La Resurrección. Die verschiedenen Gemeindegruppen sind allein durch das Gebäude aufeinander gewiesen. Später kamen dann in anderen Städten kleine venezolanische Gemeinden dazu. Von Caracas aus suchte man, die Gemeinden zusammenzubringen unter dem Namen Iglesia Evangélica Luterana en Venezuela (IELV): Eine Kirche, in der unterschiedliche Sprachen und Kulturen zu hause sind. Das ist spannend - und ganz schön schwierig. Dazu kommt die angespannte Situation im Land und die stark polarisierte Stimmung im Land. Davon ist auch die Kirche nicht frei. Seit einigen Jahren erschweren rechtliche Probleme der Kirche und der einzelnen Gemeinden das Zusammenleben in einer Kirche. Der Lutherische Weltbund sucht, bei einer Klärung zu helfen. Daran haben wir als GAW ebenso ein starkes Interesse. Es liegt auch an den Partnern der IELV zum gegenseitigen Verständnis beizutragen, aufeinander zu achten und zu lernen in versöhnter Verschiedenheit miteinander Kirche zu bauen. - Pfarrer Enno Haaks



Donnerstag, 7. Oktober 2010

Partnerbesuche in Venezuela und Brasilien

Im Oktober werden der Präsident des GAW Dr. Hüffmeier und der Generalsekretär im Rahmen der AGDE-Konsultationen (Arbeitsgemeinschaft der Diasporawerke in Europa) unser Partnerwerk in Brasilien besuchen, vom GAW geförderte Projekte besuchen und u.a. auch an der Synode der IECLB in Foz de Iguazu teilnehmen. Die Nachfolge von Dr. Altmann ist ein wichtiger Punkt während der Synode. Auch der Bischof der Nordelb. Ev. Luth. Kirche wird an der Synodentagung teilnehmen. Nordelbien will eine vertraglich gebundene Partnerschaft mit der IECLB unterschreiben. - Nach der Synode treffen sich die Diasporawerke, um über Fragen und Herausforderungen der evangelischen Diaspora in Brasilien zu hören und zu diskutieren.
Neben Besuchen verschiedener Projekte werde ich vorher noch die kleine lutherische Kirche in Venezuela besuchen und die vom GAW geförderten Projekte besuchen. Die venezolansiche Kirche ist sehr in die gesellschaftlichen Herausforderungen des Landes involviert. Das ist auch zu spüren im Gegenüber zur deutsch-venezolanischen Gemeinde San Miguel in Caracas, die eigentlich mit der Kirche assoziiert ist. Seit einiger Zeit ist der Gesprächsfaden abgerissen. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Reformationsjubiläum, "Lutherdekade 2017" und das GAW

Das Reformationsjubiläum 2017 und die vorausgehende Lutherdekade müssen nach Ansicht der evangelischen Kulturbeauftragten Petra Bahr mehr als Geschichtspflege sein. "Die Erinnerung an die Reformation muss eine geistige und geistliche Bewegung werden, die Kultur und Gesellschaft erfasst", sagte die Leiterin des Kulturbüros der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am 6. Oktober.  Die Freiheit von Religion und Gewissen sowie der Vorrang des Einzelnen vor der Institution seien keine Themen von gestern, sagte die Theologin. Auch der Einspruch gegenüber einer "gnadenlosen Gesellschaft, in der nur der was zählt, der zahlen kann", sei hochaktuell. - Mit der Lutherdekade und den Planungen für das Großereignis Reformationsjubiläum wollte sich am Mittwochnachmittag der Kulturausschuss des Bundestages befassen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) wollte dort über den Stand der Vorbereitungen berichten. Der Bund will die Vorbereitungen auf den 500. Jahrestag der Reformation ab 2011 mit fünf Millionen Euro jährlich unterstützen. - Auch vom GAW aus versuchen wir uns in die Vorbereitungen des Reformationsjubiläums einzubinden. Ab 2011 wollen wir jedes Jahr 10.000 Euro mit unseren Diasporapartner gemeinsam sammeln, um einen kleinen Beitrag zur Sanierung der Stadtkirche in Wittenberg zu leisten und diese Solidaritätskollekte nutzen, um in der Diaspora solidarisch für den Ort zu sammeln wo im Jahre 1517 alles begann – auch für unsere Diasporapartner. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 5. Oktober 2010

ELKRAS-Theologinnen in Erfurt

Für 14 Tage wurden Pastorinnen aus den "ELKRAS"-Kirchen ins Erfurter Augustinerkloster von der Frauenarbeit des GAW eingeladen. Frau Kugler vom GAW Bayern begleitet die Tagung, die ansonsten von der Frauenbeauftragten Tamara Tatsenko aus St. Petersburg geleitet wird. Zielrichtung ist: den Pastorinnen einen Raum zum besseren Kennenlernen zu geben, einen "Frauenkonvent" in Rußland ins Gespräch zu bringen, Zeit und Raum zum "Er-holen" zu geben und selbst uns vom GAW mit den Pastorinnen besser zu vernetzen. Theologinnen haben es seit geraumer Zeit in der Region nicht leicht . Frauenordination wird von vielen männlichen Kollegen immer mehr in Frage gestellt. Umso mehr brauchen in dieser Situation die Pastorinnen unserer Unterstützung und Hilfe, die Fragen um die Ordiantion theologisch zu begleiten und für sie die Stimme zu erheben. - Pfarrer Enno Haaks

Montag, 4. Oktober 2010

Nationalfeiertage hier an anderswo

Vom deutschen Nationalfeiertag spürte man in Leipzig am 3. Oktober nicht sehr viel. Andeutungen in der Sonntagspredigt und dann eine schlecht besuchte Demo-Veranstaltungen am Alten Rathaus, wo es um Folgendes ging: "Was finde ich schlecht an Deutschland...". Das ist befremdlich und nicht gut! Warum ist es nicht möglich, sich an so einem Tag zu freuen, denn es gibt reichlich Anlaß dazu? Warum feiert man nicht "Schwarz-Rot-Gold" und ist dankbar für die gewonnene Einheit in Freiheit?
In diesem Moment habe ich an Chile gedacht. Der 18. September ist ein wunderbarer Tag! In diesem Jahr jährte sich dort der 200. Geburtstag. Die Autos fahren mit chilenischen Wimpeln durch die Straßen. In allen Häusern muß die Fahne aufgehängt werden. Die Familien treffen sich zu einem zünftigen "asado". Der Nationalfeiertag ist ein großes Volksfest, der das ganze Volk eint - und davon lassen sich alle in Chile lebenden Ausländer anstecken. Das hatte Auswirkungen auf die Feierlichkeiten in der "deutschen Kommunität" am 3. Oktober. Natürlich singt man die Nationalhymne, trifft sich und feiert.
Nach den Erfahrungen in Chile schaue ich neu auf unseren Nationalfeiertag und wie er begangen wird. Ein bißchen "Chile" täte uns gut! - Erfahrungen aus der Diaspora aus den unterschiedlichsten Bereichen können uns helfen, auch unsere Traditionen neu anzuschauen. - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 2. Oktober 2010

Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe. 1. Johannes 4,21

Alle Menschen tragen die tiefe Sehnsucht, geliebt zu werden, in sich. Jeder sehnt sich, für jemanden unverwechselbar zu sein. Das Traurigste, was ich je zuhören bekommen habe, war der Satz eines Freundes, der in der ehemaligen Sektenkolonie »Colonia Dignidad« im Süden Chiles aufwuchs und unzählige Male misshandelt wurde: »Nie habe ich Liebe gespürt und erfahren, geliebt zu werden. Gibt es Liebe für mich?« In seinen Augen lag eine unendliche Traurigkeit. Ein tiefer Schmerz über die erfahrene Grausamkeit des Lebens lastete auf jedem seiner Worte. Mein Freund hat eine Familie gegründet und eine halbwegs normale Vorstellung von dem, was Familie sein könnte. Nur – er kann Liebe schwer weitergeben. Wie kann er spüren, dass es eine Liebe gibt, die unumschränkt »Ja« zu ihm und seinem verletzten Leben sagt? Denn was bei allen Gefährdungen und Bedrohungen die Menschheit ins Lot zu bringen vermag, ist große, alles umarmenden Liebe. Wer diese überströmende Liebe hat, besitzt alles: das eigene Herz, das ewige Heil, ja Gott selbst.Ohne Liebe verliert das Leben Sinn und Dichte. Alles wird eintönig und belanglos. Das Dasein hat keinen Glanz, wenn die Liebe keinen Raum hat und wir uns nicht angenommen fühlen. Möglicherweise steckt hinter Atheismus und Agnostizismus die niederschmetternde Erfahrung, sich nicht im Schoß einer Familie angenommen und einschränkungslos geliebt fühlen zu können. Mein Freund hat nie Liebe in einer Familie erfahren. In der Sektenkolonie wurden alle Beziehungen untereinander radikal bekämpft. Männer lebten von Frauen separiert, Kinder wurden nach der Geburt den Müttern genommen. Familien gab es nicht, denn die hätten das System der Sekte infrage gestellt. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 1. Oktober 2010

Neue Stipendiaten des GAW in Leipzig

Heute begrüßten wir unsere neuen Stipendiaten als gesamte Gruppe in der Zentrale des GAW. Sie kommen aus Argentinien, Brasilien, Rumänien, Polen, und der Slowakei. Gerade haben sie ihren Sprachkurs hinter sich gebracht. Mitte Oktober beginnt ihr erstes Semester an der Theologischen Fakultät. Aus diesem Anlaß kam der Dekan der Fakultät Klaus Fitschen in die Zentrale um mit der neuen Stipendiatenbetreuerin Cornelia von Ruthendorf und mir die Stipendiaten auf ihr "Leipzigjahr" einzustimmen. Dazu kamen dann Leipziger Pfarrer, um ihnen während ihres Jahres hier eine geistliche heimat bieten zu können. Wir freuen uns, daß sie hier sind, sind dankbar den Spendern, die dieses Jahr unterstützen, den Leipziger Gemeindepfarrern, daß sie Heimat bieten und  sind gespannt auf das neue "Stipendiaten-Jahr". - Pfarrer Enno Haaks