Donnerstag, 4. Dezember 2008

Land unter

Die Wettervorhersage meldet für das Bundesland Santa Catarina in Brasilien weiteren Regenfälle: Als ob die bisherige Überschwemmungskatastrophe noch nicht genug wäre. Man zählt inzwischen schon 114 tote und hunderttausend obdachlose Menschen. Besonders schwer betroffen sind die Stadt Blumenau und ihre Umgebung, wo sich die Schwere der Schäden bisher nicht einschätzen lässt. Manche Menschen haben neben dem Haus auch ihr Grundstück verloren, weil es unter einem Bergrutsch einfach verschwunden ist. Das Vieh liegt tot auf den Feldern und kann nicht begraben werden, was die Seuchengefahr erhöht. Die Ernte des nächsten Jahres ist verloren.


Santa Catarina liegt im Süden Brasiliens. Hier gibt es Aufgrund der historischen Einwanderung aus Deutschland viele evangelische Gemeinden, die nun ebenfalls arg betroffen sind. Die Obra Gustavo Adolfo (OGA), das Gustav-Adolf-Werk in Brasilien, hat uns einen Überblick von betroffenen Gemeinden der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien zusammengestellt:

Benedito Novo mit Gemeinden Alto Ribeirão dos Russos, Baixo Santa Maria, Kaspereit, Ribeirão dos Russos, Ribeirão Prochnow, Santa Maria, Quinze de Setembro, Alto Benedito, Alto Capivari, Barra de São João, Benedito Alto, Ribeirão Liberdade, Salto Donner, Serra São João.
Einige Orte sind teilweise betroffen, andere total von der Außenwelt abgeschnitten. Die Familien in Ribeirão dos Russos mussten ihre Häuser auf Befehl des Zivilschutzes verlassen.

Blumenau mit Gemeinden Garcia, Bom Pastor, Blumenau Centro, Alto Baú (hier sind Gemeindezentrum, Kirche und Friedhof teilweise zerstört worden), Fortaleza Alta und Fortaleza Baixa (Erdrutsche in beiden Gemeinden), Gaspar; Blumenau-Velha, Velha Central, Velha Grande, Velha Pequena.
In Blumenau stieg der Fluss Itajaí-Açu über zehn Meter. Mehr als 100 000 Personen haben kein Obdach. Das Seniorenheim Elsbeth Kohler musste wegen eines Erdrutsches evakuiert werden.

Die Umgebung von Blumenau mit Gemeinden Badenfurt, Encano do Norte, Salto Weissbach, Salto do Norte, Fidélis, Itoupava Baixa, Ribeirão Máximo, Serafim, Itoupava Central, Rio Bonito, Tatutiba, Alves Ramos, Alvorada, Estrada Carolina, União, Itoupava Rega, Braço do Sul, Vila Itoupava, Testo Salto, Itoupavazinha.

In Brusque liegt der Fluss Itajaí Mirim z. Zt. 4,2 Meter über dem normalen Spiegel und könnte noch zwei Meter steigen.

In Gravatá, Navegantes, Cordeiros und Itajaí sind 41 000 Menschen obdachlos. Weitere betroffene Orte sind Itapema und Rio dos Cedros mit jeweils 2 000 Obdachlosen, Pomerode, Timbó, Schroeder, Rancho Queimado, Palhoça, São José und Canoinhas.

Rui Bernhard, Generalsekretär der OGA, hat bestätigt, dass die innerbrasilianische Solidarität sehr groß ist. In allen Ecken Brasiliens hören Menschen nicht auf, Lebensmittel, Medizin und Kleidung zu sammeln und mit Lastwagen nach Blumenau zu schicken.



Wie können wir helfen?

Rui Bernhard sagt, dass eine genaue Aufstellung der nötigen Hilfen momentan nicht möglich sei, weil viele Gebiete gar nicht zugänglich sind. "Als Hilfswerk wissen wir aus Erfahrung, dass die Probleme mit dem Abfließen des Wassers nicht vorbei sind:
- Häuser sind zerstört worden, neben den Wohnhäusern auch Gemeindehäuser und Kirchen. Sie müssen wieder aufgebaut werden.
- Fabriken sind beschädigt. Zu befürchten ist, dass viele Arbeiter der Keramik- und Textilindustrie dadurch ihre Arbeit verlieren.
- Das Vieh ist verendet und die Ernte zerstört. Damit verlieren die Landarbeiter und Kleinbauern ihr Einkommen und können sich im nächsten Jahr nicht mit Nahrungsmitteln versorgen. "

Wir werden einen Fonds einrichten, aus dem die betroffenen Gemeinden Unterstützung erhalten können. Unser Partner, die Obra Gustavo Adolfo, übernimmt die Koordinierung der Hilfe vor Ort.

Spendenkonto:
Landeskirchliche Kredit-Genossenschaft Sachsen eG-LKG,
BLZ: 850 951 64, Konto: 22 33 44
Verwendungszweck:Überschwemmung Santa Catarina

Montag, 24. November 2008

Walter, der Missionar

Walter Sass ist ein Missionar. Tief im brasilianischen Amazonaswald arbeitet er mit den Deni-Indianern, seit zehn Jahren schon. Aber immer noch steht im Dorf Morada Nova keine lutherische Kirche. In anderen Denidörfern ebenfalls nicht. Ist er ein schlechter Missionar?

Als Walter zum ersten Mal bei den Deni eintraf, wurde er begrüßt mit den Worten: „Wir sind schon drei Mal getauft. Wenn du möchtest, kannst du uns auch zum vierten Mal taufen.“
Aber so wollte Walter es von vorneherein nicht haben. Seine Vorbilder waren die Arbeiterpriester in Frankreich und Charles de Foucauld bei den Tuareg – Menschen, die mehr mit ihrem Leben überzeugten als mit schönen Worten.
Walter lebte mit in Denidörfern, unterrichtete Portugiesisch und Mathematik, Lesen und Schreiben. Das war für die Deni wichtig, weil sie die Erfahrung gemacht hatten, dass die „Weißen“ sie sonst übers Ohr hauen. Mit Walter zusammen haben die Deni eine eigene Fibel und ein Mathematikbuch zusammengestellt – für ein Volk von 1000 Menschen! Inzwischen sind aus den Reihen der Deni selbst Lehrer hervorgegangen und werden vom Staat bezahlt.

Vor vier Jahren ging die Vermessung des Deni-Gebiets zwischen den Flüssen Xeruã und Cuniã zu Ende. Nur sie haben nun das Recht, in diesem Teil des Amazonaswaldes auf ihre angestammte Art Fisch zu fangen, Felder anzulegen oder Bäume zu fällen. Sie sind Hüter des Urwalds und zugleich brasilianische Staatsbürger. Im Oktober hatten sie sogar einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahlen ihrer Kommune aufgestellt. Sie tragen T-Shirts, sehen fern, benutzen neben Kanus auch Motorboote – und sind trotzdem unverkennbar Deni geblieben. Ob all das so gut gelaufen wäre, wenn sie nicht einen Missionar bei sich gehabt hätten, der sie ermutigte, sich für sie einsetzte, wusste, wo Unterstützer zu finden sind?

Manchmal scheint es sogar, Walter ist nicht ein Missionar unter den Deni sondern ein Missionar für die Sache der Deni. Er nimmt gern Menschen in die Denidörfer mit, so wie uns vom GAW. Und kaum einer kehrt zurück, ohne zutiefst beeindruckt zu sein. So wie Eraldo, unser Bootsfahrer, der mit seinen 25 Jahren noch nie in einem Indianerdorf gewesen war, obwohl seine Heimatstadt von Indianergebieten umgeben ist. Stolz zeigte er am letzten Tag unseres Besuches einen Zettel, auf dem er ein kleines Wörterbuch Deni – Portugiesisch angelegt hatte. Oder wie Jefinho, ein Abiturient, der am liebsten jedes Mal mitgehen würde, wenn Walter zu den Deni fährt. Er hat bei den letzten Kommunalwahlen mit dem Komponieren von Werbeliedern für Kandidaten Geld verdient. Für die Deni schrieb er zwei Lieder und spielte sie ein – ohne einen einzigen Real dafür zu verlangen.
Solche Menschen werden ebenfalls Missionare in der Sache der Deni und helfen, in ihren Städten und Dörfern hartnäckig bestehende Vorurteile gegenüber den Indianern abzubauen.

Als Walter im Oktober mit uns zu den Deni fuhr, hatte er unter anderem eine Handvoll Bibeln im Gepäck. Einige Deni hatten ihn darum gebeten. Sie wollten wissen, was in dem Buch steht, das dem Kushuvi – Deni-Name für Walter – so viel bedeutet. Lesen können sie ja jetzt.
Es muss nicht gleich eine Kirche sein.

Donnerstag, 20. November 2008

Zurück

Inzwischen sind wir wohlbehalten aus Südamerika zurück. Ich weiß, ich schulde noch ein paar Berichte und noch mehr Fotos, aber ich bin fast erschlagen von der Fülle des Materials, das wir mitgebracht haben. Langsam sortiere ich nun die Notizen und Bilder und entdecke dabei Geschichten, zum Beispiel eine über Deni – demnächst an dieser Stelle.

Freitag, 17. Oktober 2008

Die Hoffnung ist unterwegs nach Emáus

Im Barrio am Stadtrand von Girón, Kolumbien, ist die Zeit stehen geblieben. Ja, die Kirche des kleinen Missionspunkts der lutherischen Gemeinde Bucaramanga ist innen geweißt worden, aber sonst ist alles wie vor drei Jahren. Es sind hier keine festen Straßen gebaut worden, wie in Coronel in Chile, kein Wasser- und Abwassersystem wie im Barrio Sol de America in Cusco, Peru.

Wir sind drei Mal geflohen, erzählt Señora Carmen, die der Missionsgemeinde in Girón vorsteht. Vor Paramilitärs und zuletzt vorm Fluss, der über die Ufer trat und den Rest ihrer Habe weg spülte. Und ein wenig sieht es so aus, als würden sie hier der Dinge harren, die noch kommen mögen. Zum Beispiel, dass sie noch einmal fliehen müssen - vor dem Bürgermeister, der diese Flüchtlinge mit ihren armseligen Hütten in seiner geschichtsträchtigen Stadt nicht haben will.
Die lutherische Gemeinde in Bucaramanga versucht zu helfen: mit Speisung für Schulkinder, einer Handvoll Stipendien und mit Kleinkrediten. Das „Schülerrestaurant“, ein kleiner Speisesaal, trägt den hoffnungsvollen Namen „Semillas de Vida“, „Samen des Lebens“. Aber die Hoffnung selbst scheint abwesend zu sein.

Vielleicht ist sie unterwegs nach Emáus.
Bevor der Bürgerkrieg diesen kleinen Ort hinter den „sieben Bergen“ erreichte, gab es hier eine Schule mit 120 Kindern. Heute ist die Schule von Paramilitärs geplündert und beschädigt, und es gibt nur noch 16 Kinder, die von einer Lehrerin unterrichtet werden. Aber es sollen wieder mehr werden. Inzwischen ist es in diesem Landstrich vor militärischen Gruppierungen sicherer geworden. Die kolumbianische Regierung möchte das entvölkerte Gebiet wieder besiedeln und bietet Land zum sehr günstigen Preis an. Auch die die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kolumbien (IELCO) ist dabei, den Menschen die Rückkehr zu erleichtern. Sie hat die Schule, die ihr ursprünglich gehörte, wieder übernommen und will sie brauchbar machen – mit Hilfe des GAW. Die Kirche hat ebenfalls Land erworben und will 2009-2011 darauf Wald pflanzen: Schnell wachsende einheimische Bäume, die das Grundwasser anheben, vor der Sonne und vor der Erosion schützen, sich zum Bauen eignen und vieles andere mehr. Dieses Entwicklungsprojekt ist so überzeugend, dass die finnische Regierung es unterstützen wird. Bis zum Ende 2008 möchte das Gustav-Adolf-Werk genug Spenden und Kollekten zusammen haben, damit die Schule renoviert werden kann. Die Hoffnung ist unterwegs nach Emáus. In einigen Jahren können wir sehen, ob sie wirklich angekommen ist.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Das Gesetz Nr. 26061

2002 war Hans Schmidt, Generalsekretär des GAW, in Urdinarrain, Argentinien. Er war dabei, als das Hauptgebäude des Jugendheims der Evangelischen Gemeinde eingeweiht wurde. Das GAW hatte den Bau unterstützt. Nachdem Hans Schmidt zurückkehrte, hat er oft und gern von der hervorragenden Arbeit erzählt, die in diesem Heim mit Jugendlichen geleistet wurde, die aus schwierigen Verhältnissen stammten und vielfach schon straffällig geworden waren. Sie gingen zur Schule, lernten ein Handwerk oder in der Landwirtschaft und fanden ihren Weg in die Gesellschaft. 72 % konnten sich wieder eingliedern, sagt der Gemeindepfarrer David Weiss. Ein beachtlicher Prozentsatz!

Im Oktober 2008 sind die einzigen Jugendlichen, die auf dem Gelände des Heims leben, Johannes und Max, zwei junge Männer aus Deutschland.
Warum?
Das Gesetz Nr. 26061 will es so.
Es bestimmt, dass Kinder und Jugendliche, wenn es irgendwie geht, in einer Familie – in ihrer Ursprungsfamilie oder in einer Pflegefamilie – aufwachsen sollen und nicht in einem Heim. Angeblich haben 70 % der Gefängnisinsassen in Argentinien früher mal in einem Heim gelebt. Deshalb durften nur ganz wenige Heime bestehen bleiben. Das Heim in Urdinarrain gehörte nicht dazu, ebenso wenig wie der „Hogar German Frers“ der evangelischen Gemeinde Buenos Aires.
2006 wurde das Gesetz verabschiedet. Während des Jahres 2007 hatten die engagierten Gemeindeglieder Zeit, für die Jungen im Heim neue Familien zu suchen.

Trotzdem ist das Haus jeden Tag voller Kinder. Es ist zu einem Tageszentrum umfunktioniert. Kinder, die heute hierher kommen, stammen aus Häusern, wo es oftmals weder eine Dusche noch eine Toilette gibt. Hier können sie sich waschen, ihre Kleider werden gewaschen und gebügelt. Sie können andere Sachen lernen und erleben als zu Hause – zum Beispiel am Tisch zu essen und eine Toilette zu benutzen oder aber Deutsch und den Umgang mit dem Computer. Johannes und Max, die beiden deutschen Volontäre leben hier, um mit den Kindern zu spielen, zu singen und ihnen Nachhilfeunterricht zu geben.
Die Kinder kommen gern in das Zentrum. Es ist eine Strafe für sie, wenn sie einen Tag fehlen müssen.

Wird das Tageszentrum ihnen genauso gut helfen wie das Heim es getan hat?
Es wird sich erst nach einigen Jahren zeigen, ob das Gesetz 26061 gut und richtig war. Die Evangelische Gemeinde in Urdinarrain jedenfalls gibt auch nach dem neuen Gesetz ihr Bestes.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Pfarrerinnen als Markenzeichen

Wir haben in den vergangenen zweieinhalb Tagen in Peru insgesamt vier Gemeinden besucht. Es sind vor allem Pfarrerinnen und Gemeindefrauen, die in Erinnerung bleiben: Das Gesicht der Lutherischen Evangelischen Kirche in Peru hat sehr weibliche Züge.

Es sind die Frauen in der Küche der Gemeinde „Cristo Salvador“ in Lima. Sie wirbeln auf dem engsten Platz herum und zaubern wunderbar leckere „Papas rellenas“, gefüllte Kartoffeln. Für 1,50 Soles pro Stück werden diese verkauft; der Erlös wird für den Bau der Kirche zur Seite gelegt.
Oder die Frauen am Stadtrand von Cusco, im Stadtteil mit dem trügerischen Namen „Sol de America“. Wir sitzen mit ihnen in einer kleinen Hütte aus Adobesteinen, in der es nicht mal Strom gibt. Sie erzählen, wie sie in diesem kleinen Raum jeden Wochentag eine kostengünstige Mahlzeit für Leute von der Straße und aus der Gemeinde anbieten. Gekocht wird draußen auf einer offenen Feuerstelle, die nur notdürftig mit einem Blechdach geschützt ist. Mittwochs versammeln sie sich in dem gleichen Raum zur Bibelstunde. Wie nebenbei kommt heraus, dass weder sie selbst noch die Gemeinde dafür Bibeln besitzen. Gearbeitet wird mit kopierten Seiten.

Diese beiden Gemeinden haben – fast möchte man das Wort „natürlich“ hinzufügen – Pfarrerinnen. Vier von den gegenwärtig zwölf aktiven Geistlichen der
Lutherischen Evangelischen Kirche in Peru sind Frauen. Wie kommen sie an in Peru, in einem Land mit einer starken katholischen Mehrheit?
Pfarrerin Adita Torres aus der Gemeinde „Filadelfia“ in Lurin/Lima zuckt die Schultern, als ich sie nach der Ökumene mit katholischen Geistlichen frage. Die Priester kommen und gehen, mit manchen kann man reden, mit anderen nicht. Sie macht einfach ihre Arbeit.
Und Ernesto, ein Chemieingenieur und Ex-Katholik in der Gemeinde „Cristo Salvador“, schätzt es sehr, dass die Gemeindepfarrerin Dr. Ulrike Sallandt Hausbesuche macht. Das kenne man von katholischen Priestern nicht. Die Pfarrerinnen der Lutherischen Evangelischen Kirche in Peru sind ein wirklich überzeugendes Markenzeichen.

Montag, 6. Oktober 2008

No hay gasolina!

„No hay gasolina“ steht mit großen Buchstaben auf einem alten Autoreifen geschrieben, so dass man es schon von der Straße aus lesen kann. Dann braucht man nicht mal in die Tankstelle hineinzufahren. Eine Tankstelle ohne Benzin! Und wenn es nur diese eine wäre. Sie war nämlich unsere letzte Hoffnung, ein wenig vor der Stadt gelegen. Caranavi ist ohne Benzin, und als man sich ein wenig mit den Leuten an den kleinen Läden und Werkstätten entlang der Straße unterhielt, stellte sich heraus, dass dieser Zustand nunmehr seit einer Woche andauert, wenn nicht gar länger. Dass auch niemand von der lutherischen Gemeinde Caranavi auf die Idee kam, unseren Fahrer, Pastor Francesco aus La Paz, zu warnen!

So saßen wir mit leerem Tank in Caranavi fest und konnten nicht hoch zu den Dörfern, zu denen wir eigentlich wollten: Calama und Moskovia. In den beiden Dörfern ist mit Hilfe des GAW eine kleine Kirche gebaut worden. Besonders Calama lag uns am Herzen. Dort dürfte die Kirche inzwischen fertig sein, aber mich interessierte auch, was dort um die Kirche und die Gemeinde herum entstanden ist. Die Gemeindeglieder, kleine Kaffeebauern, haben sich zusammengetan und sich mit dem Bau einer Lagerhalle von fragwürdigen Zwischenhändlern unabhängig gemacht. Die Idee und der Mut dazu sind in der Gemeinschaft der lutherischen Gemeinde gewachsen. Diese schöne Geschichte kann ich jetzt leider nicht erzählen.

Dafür haben wir das Mädcheninternat der lutherischen Gemeinde, das „Verena-Wells-Haus“, angeschaut. Hoffentlich wird es im nächsten Jahr seiner Bestimmung übergeben. Wir haben mit Gemeindegliedern und Handwerkern Abendbrot gegessen und am nächsten Tag an einem zweistündigen Gottesdienst mit viel Gesang auf Spanisch und Aymara teilgenommen.
Die Benzinknappheit sei, so erzählen uns die Leute, eine Erpressung durch die rohstoffreichen Provinzen. Sie würden alle Mittel einsetzen, um doch zu ihrer Autonomie vom armen Hochland im Norden zu kommen.

Zurück nach La Paz sind wir mit dem Benzin gefahren, das uns ein Zwischenhändler zum doppelten Preis verkauft hat. Nicht gerade vorbildlich, aber so haben wir hautnah die Lebenswirklichkeit in Caranavi mitbekommen – mit „no hay gasolina“.

Freitag, 3. Oktober 2008

Überraschungen

Man hat meist vorgefertigte Vorstellungen auf Reisen - über das Wetter, das Land, die Leute. Um es vorweg zu nehmen: Das Wetter in Chile war viel kälter als in meiner Vorstellung. Auch unsere Gastgeber waren anders, als mein Bild von ihnen – aber im positiven Sinne.

Wir waren die ersten zwei Tage unserer Reise Gäste der Iglesia Luterana de Chile, der ILCH. Sie ist eine der beiden lutherischen Kirchen in Chile. Grob gesagt war mein Bild von dieser Kirche: Sie ist die größere, die „deutschere“, die konservativere und und und.
Nun ist aber Deutschland 10 000 Kilometer entfernt und über diese lange Strecke bekommen wir nicht alles mit, besonders die Veränderungen, die leise vonstatten gehen.
Die ILCH ist nämlich inzwischen eine sehr spanischsprachige Kirche geworden. In keinem Gemeindehaus, wo wir waren, haben wir ein Gemeindeblatt in deutscher Sprache entdeckt. Nicht mal ein zweisprachiges: Alles auf Spanisch. Die Gemeindeglieder sprechen, wenn sie nicht gerade Gäste aus Deutschland in ihrem Kreis haben, Spanisch miteinander. Es gibt ein fröhliches Durcheinander und Miteinander der beiden Sprachen.

Auch der Wunsch, die Spaltung von der anderen lutherischen Kirche zu überwinden, wirkt echt und überzeugend. Vertreter verschiedener Gemeinden, sowohl Pfarrer als auch Laien, sprechen das Thema von sich aus an, ohne danach gefragt zu werden. Es scheint einfach „dran“ zu sein.
Es wird ein schwieriger Weg werden bis 2014 – so der angedachte Termin für die Vereinigung. Die Kirchen haben sich in den über 30 Jahren ihrer Trennung auseinander entwickelt, unterschiedliche soziale Schichten angesprochen, unterschiedliche Strukturen geschaffen, unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte gesetzt. Nun kommt es sehr darauf an, wie man mit diesen Unterschieden umgeht – sind sie ein Hindernis oder eine Schatztruhe, aus der man mit beiden Händen schöpfen kann?

Ich habe Bischof Rolando Holtz beim Abschied versprochen, dass ich in Deutschland und im Gustav-Adolf-Werk unsere Freunde anregen werde, sich die ILCH neu und aufmerksam anzuschauen. Sie ist nicht mehr die ILCH, die sie noch vor wenigen Jahren war. Sie ist eine Kirche, die sich auf den Weg gemacht hat.

Freitag, 26. September 2008

Auf zu unseren Partnern!

Am 29. September startet eine GAW-Delegation nach Südamerika. Der Präsident des Gustav-Adolf-Werks Dr. Wilhelm Hüffmeier und der Generalsekretär Hans Schmidt werden unsere dortigen Partnerkirchen und Projekte besuchen. Ich werde sie begleiten und hoffentlich auch im Blog ein wenig über unsere Freunde und ihre Gemeinden schreiben. Hoffentlich finden wir oft genug einen Internetanschluss!

Mittwoch, 17. September 2008

Ein Dach als Ausrufezeichen

Die E-Mail, die aus Jurbarkas eintraf, hätte kürzer nicht sein können, sie war ein einziges Ausrufezeichen: „Endlich hat unsere Kirche das neue Dach!!! Wir sind sehr dankbar und freuen uns sehr!“, schrieb Pfarrer Mindaugas Kairys.

Ein Dach zu fördern ist für das GAW fast das Tagesgeschäft.
"Diaspora braucht Dächer“,
werben wir auf unseren Plakaten und meinen das im direkten Sinne – als ein Dach aus Stein oder Blech über einem Gebäude –, und als eine Metapher – als Dach über dem Kopf, als Zuhause für eine Gemeinde.
Trotzdem ist das neue Dach der lutherischen Kirche in Jurbarkas, Litauen, etwas Besonderes. Nicht nur, weil es so auffällig rot ist.

Jurbarkas kenne ich, solange ich im GAW arbeite. Es gab Zeiten, in denen man den Ort als Beispiel für fehlgeschlagene Projektarbeit heranziehen konnte. Inzwischen ist Jurbarkas aber zum Synonym für geduldige und nachhaltige Partnerarbeit geworden.

Die lutherische Gemeinde in Jurbarkas hatte nach der politischen Wende nur ihr ehemaliges Gemeindehaus vom Staat zurückerhalten. Ihre Kirche war zu Wohnungen umgebaut worden und wurde nicht zurückerstattet. So begann die kleine Gemeinde 1994 – in der Aufbruchstimmung des politisch frei gewordenen Litauens – den Neubau ihrer Kirche. Die rasant steigenden Baukosten überforderten bald sowohl die Gemeinde als auch ihre Partner. Schließlich wurde die Notbremse gezogen, die Schulden bezahlt und der Bau mit einem Notdach gesichert. Die Gemeinde konzentrierte ihre Kräfte auf die Renovierung des Gemeindehauses, auf das Gemeindeleben und auf den Aufbau der Diakonie. Die Partner, darunter das GAW, haben sie trotz des fehlgeschlagenen Bauprojektes nicht allein und nicht im Stich gelassen.
Inzwischen gibt es Pläne, wie aus der Bauruine doch noch eine Kirche werden könnte. Der junge Gemeindepfarrer Mindaugas Kairys – übrigens ein ehemaliger GAW-Stipendiat und neuerdings auch der Direktor der Diakonie in Litauen – treibt sie energisch voran. Ein Anfang ist gemacht: Ein augenfälliges rotes Dach verkündet wie ein Ausrufezeichen, dass es mit der lutherischen Kirche in Jurbarkas vorangeht. Die Gemeinde hat ein Dach bekommen.

Donnerstag, 11. September 2008

Georgien. Ein "Fünf-Tage-Krieg", der noch andauert

Es ist seltsam, dass manche Medien den Konflikt um Südossetien und Abchasien schon als „Fünf-Tage-Krieg“ bezeichnen. Er dauert doch immer noch an. Eben besuchte eine Delegation des Ökumenischen Rats der Kirchen Georgien und Russland. 40 Kilometer aus Georgien in die Südossetische Provinzhauptstadt Tskhinvali erwiesen sich als ein unüberwindbares Hindernis. 4000 Kilometer Umweg über Moskau waren nötig, um dort anzukommen. Und russische Soldaten stehen weiterhin auch auf dem Gebiet, das man als „georgisches Kernland“ bezeichnet.
Riesige Aufgaben der Katastrophenhilfe stehen Georgien noch bevor. Denn die Vertriebenen aus Ossetien und Abchasien werden kaum eine reale Chance haben, je in ihre Dörfer zurückzukehren.

Dieser Krieg ist eindeutig kein Glaubenskrieg gewesen. Leider konnte der gemeinsame Glaube ihn auch nicht verhindern. Zu hoffen bleibt, dass die mäßigenden Äußerungen der beiden orthodoxen Kirchenoberhäupter Ilija II. (Georgien) und Alexi II. (Russland) und ihre Zusammenarbeit trotz der Kampfhandlungen den einen oder anderen Menschen auf den verschiedenen Konfliktseiten doch zum Nachdenken gebracht haben.

Unser Partner, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien, hat im Krieg nicht direkt gelitten. Dr. Henrich Scheffer, der als Propst diese Kirche leitet, hat uns bestätigt, dass die Gebäude und Gemeindeglieder den Konflikt ohne Schaden überstanden haben. Allerdings besteht zu der Gemeinde in Suchumi, Abchasien, gegenwärtig kein direkter Kontakt.

Beinahe alle lutherische Gemeinden haben kleine Hilfsprojekte gestartet, indem sie den Menschen helfen, die mit leeren Händen vor dem Krieg geflüchtet sind. Dr. Scheffer schreibt:
„In der Nachbarschaft von fünf Gemeinden sind Flüchtlinge und Vertriebene untergebracht. Zum Teil in zumutbaren Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen, zum Teil auch in menschenunwürdigen Behauseungen. Die Grundversorgung mit den erforderlichen Mitteln zum Leben durch staatliche Stellen ist schwach und bedarf vielfältiger Ergänzung. Die Gemeindeglieder haben sich aufgemacht, diese Menschen zu besuchen und mit dem Notwendigen zu helfen. Dabei erleben Gemeindeglieder Diakonie ganz neu: als Hilfe für den fremden Nächsten im Not – vor der eigenen Haustür. Diese Erfahrung ist gerade dort heilsam, wo – wie in unserer Kirche – Diakonie heißt, Dienste und Unterstützung für sich selbst zu erbitten.“
Georgische Lutheraner werden bei ihrem Einsatz auch aus Deutschland unterstützt.

Freitag, 29. August 2008

Ein Paket nach Österreich oder eine unendliche Geschichte

Manchmal muss sich auch die Zentrale des Gustav-Adolf-Werks mit ganz profanen Sachen herumschlagen wie ein umgeknicktes Apfelbäumchen oder eine zugeparkte Einfahrt. Oder eben mit einem Paket, das nicht zugestellt worden ist.
Im Zimmer unserer Buchhalterin wächst seit Anfang August eine Akte über unsere Gustav-Adolf-Blätter, genauer gesagt, einem Paket mit den Blättern, das nach Österreich sollte.
Aber alles der Reihe nach.

Im Juli dieses Jahres ging das Gustav-Adolf-Blatt 3/2008 in Druck und wurde an Abonnenten verschickt. Dabei waren auch die rund 150 Exemplare für Österreich. Nun sind die Monate Juli und August urlaubstechnisch etwas ungünstig. So war auch der Obmann des Zweigvereins Niederösterreich nicht zu Hause und konnte sein Paket nicht gleich abholen. Als er auf der Post erschien, waren die Gustav-Adolf-Blätter schon wieder Richtung Leipzig unterwegs.
In Leipzig haben wir es nicht angenommen. Es konnte nicht sein, dass es schon nach so kurzer Zeit, keine zwei Wochen unterwegs, zurück ist! E-Mails, Telefonate, Faxe und Briefe folgten. Unsere Buchhalterin tauschte sich mit Österreich und mit den zuständigen Stellen in Deutschland aus. Die Österreichische Post hat schließlich herausgefunden, dass sie die Lagerzeiten in der Tat nicht eingehalten hatte. Das war eine gute Nachricht! Es gibt nämlich eine Vereinbarung, die besagt, dass die Deutsche Post Ersatz zu leisten hat, wenn die Österreichische Post einen Fehler macht. Unsere Buchhalterin hat sich über den Umgangston der Österreicher, ihre Schnelligkeit und Verbindlichkeit gefreut sowie über den persönlichen Ansprechpartner.

Jetzt werden wir sehen, ob das Paket wieder seinen Weg nach Österreich nimmt. Bisher haben wir nur Standardbriefe erhalten, die inhaltlich nicht auf unser Anliegen eingehen. Unterzeichnet von „Ihr DHL Kundenservice“.

Hoffentlich werden die Gustav-Adolf-Blätter nicht der „Vernichtung zugeführt“, statt sie endlich dem Empfänger zuzustellen. Die Österreicher möchten bestimmt auch über die evangelische Diaspora hier in Deutschland lesen – den Schwerpunkt des aktuellen Blattes.

Montag, 18. August 2008

In Boa Vista geht es aufwärts

Vor weniger als einem Jahr erreichten uns deprimierende Bilder aus Brasilien. Am 13. November war ein heftiger Sturm über die Stadt Boa Vista do Buricá im Süden Brasiliens gefegt. 1 200 Häuser wurden abgedeckt, die Stadt war zwei Tage ohne Strom und Wasser.
Die evangelisch-lutherische Kirche war eines der am schlimmsten betroffenen Gebäude.


Heute sieht man am gleichen Ort dieses Bild:

Rui Bernhard, der Generalsekretär der Obra Gustavo Adolfo, unseres Geschwisterwerks in Brasilien, hat es uns zugeschickt.
Er schreibt:
Das ist nur möglich, weil die Gemeinde viele kleine und größere Hilfen bekommen hat, darunter auch von vielen Menschen in Deutschland, die von der Notsituation dieser Gemeinde erfahren und geholfen haben.
Selbst wenn der Bau mit diesen Spenden noch nicht beendet werden kann, gibt es für die Gemeinde viele Gründe zur Dankbarkeit, inmitten einer solchen Katastrophe.

In den neuen Mauern stecken auch die Spenden aus dem Freundeskreis des GAW. Auf der Internetseite des GAW, www.gustav-adolf-werk.de, besteht die Möglichkeit, die Gemeinde zu unterstützen. Nicht vergessen, den Verwendungszweck (Sturmschäden Boa Vista) anzugeben!

Mittwoch, 13. August 2008

Paulo, ein Stipendiat

Heute lag im E-Mail-Briefkasten ein Brief von Paulo aus Brasilien. Paulo studierte zwei Jahre lang Theologie an der Universität Leipzig, das eine davon als Stipendiat des Gustav-Adolf-Werks.

Hier ein Auszug aus seinem Brief:

„Gerne erinnere ich mich an schöne Momente, die ich mit dir in Leipzig erlebt habe. An meine zwei Jahre bei euch habe ich viele schöne Erinnerungen, mit denen ich im Juli 2007 nach Brasilien zurückkehrte. Ich stieg hier wieder ins Theologiestudium an der Faculdades de Teologia de São Leopoldo ein. Im Januar und Februar habe ich eine Pfarrstellvertretung gemacht in Cachoeira do Sul, das im Zentrum vom Bundesland Rio Grande do Sul liegt.
Darauf wurde ich von der Kirche in die Kirchgemeinde Feliz, „Glücklich", im Landesinnern geschickt, um auch dort eine Pfarrvertretung. Von den 13 000 Einwohnern sind 1 300, also rund zehn Prozent Lutheraner. Dort war ich bis am 31. Juli 2008. Ich bin sehr glücklich über diese einmalige Erfahrung. Viele Sachen, die ich in Deutschland erlebt und gelernt habe, helfen mir jetzt in der Praxis.

Neben der Pfarrvertretung habe ich mein Theologiestudium in São Leopoldo abgeschlossen. Am 19. Juli gab es hier an der Universität die Diplomfeier. Jetzt bin ich ein Theologe :-). Einige Tage später haben wir alle ein Kolloquium bei der Kirche gemacht, die anschließend entschied, ob sie uns nimmt und wohin sie uns ins Vikariat schickt. Ich hatte sehr gespannt darauf gewartet, da es nur wenige Plätze gab. Gott sein Dank, es hat geklappt!. Sie haben sie mich nach Bundesland Espírito Santo (Südostbrasilien) geschickt. Ich werde heute (13. August 2008) um 22 Uhr mit dem Bus nach Vila Pavao fahren, über 40 Stunden unterwegs sein.

Ich möchte vielmals danken für alles.“

Es ist nichts Weltbewegendes – nur ein junger Mensch, der voller Elan in sein Arbeitsleben tritt. Er ist erfahrener und vielseitiger ausgebildet, als er ohne die zwei Jahre in Leipzig gewesen wäre. Abgesehen davon – ohne die Stipendienbeihilfen, die die Theologische Hochschule in São Leopoldo dank dem GAW verteilen kann, hätte er gar nicht studieren können. Es ist nichts weltbewegendes, aber es ist wunderbar.

Wegen Menschen wie Paulo sammeln wir Spenden für Stipendien der Theologiestudierende, unterstützen Unibibliotheken in Zagreb, Rom und Montpellier etc.

Im Gustav-Adolf-Blatt 4/2008 werden wir übrigens einen Beitrag haben über Krisztina und Anselmo, eine Ungarin und einen Brasilianer, Ex-Stipendiaten des GAW. Sie leben und arbeiten inzwischen beide in Ungarn und haben zwei Kinder. Auch eine wunderbare Geschichte!

Dienstag, 12. August 2008

Der Projektkatalog, zum Ersten

Wir schreiben noch nicht das Jahr 2009? Momentan fällt es mit schwer, die aktuelle Jahreszahl richtig zu benennen. Während draußen noch lange 2008 ist, geht es in meinem Büro schon um 2009. Überall stapeln sich Projektakten für das kommende Jahr. Bearbeitet, noch nicht bearbeitet, manche noch nicht mal vollständig.
Mit dem Projektkatalog 2008 sammelt das GAW für 134 Projekte aus 43 Partnerkirchen. Wie viele mögen es 2009 werden? Noch kann ich die Frage nicht beantworten. Aber ich mag es, diese Projekte zu lesen. Gerade bin ich in Rumänien „gewesen“, das heißt, ich habe die Anträge aus den rumänischen Kirchen gesichtet und sie textlich für den Katalog aufbereitet. Die Beschreibungen der Gemeinden, der Lebenssituation der Menschen sind so bewegend. So mancher Pfarrer schüttet richtig sein Herz aus. Über Öfen, die das Gemeindehaus in eine Räucherkammer verwandeln und sich nicht reparieren lassen. Über Behörden, die auf einmal unfreundlich werden – nur weil die Gemeinde einen Antrag auf die Rückgabe des Gemeindeeigentums gestellt hat, die ihr die kommunistischen Machthaber vor Jahrzehnten weggenommen haben. Und immer wieder lese ich, wie man in den Dörfern die jüngeren Leute vermisst, die Arbeit irgendwo in Westeuropa gesucht und gefunden haben.
Oft ist es schade, dass wir nur so wenig Platz haben, nur rund 1000 Zeichen, um eine Gemeinde und ihr Anliegen darzustellen. Die Gemeinde zum Beispiel, die auf ihren Feldern Luzerne und Weizen anbaut. Der Verkaufserlös wird für die Renovierung ihres Gemeindehauses und ihrer Kirche eingesetzt. Menschen, die sich selber helfen, möchte man besonders gern unterstützen!